Stimmt es, dass die Sonne eigentlich schon untergegangen ist, wenn sie bei Sonnenuntergang am Horizont steht?
Markus Schaan, per E-Mail
In der Tat ist die Sonne physikalisch bereits hinter dem Horizont versunken, während wir noch ihren Untergang beobachten. „Dies hat mit der Lichtbrechung in der Atmosphäre zu tun“, erklärt Stephan Fichtner vom Planetarium Hamburg. Man kennt diesen Effekt aus Experimenten im Physikunterricht, bei denen ein Lichtstrahl beim Übergang von Wasser zu Luft – also in der Grenzschicht zweier Stoffe unterschiedlicher Dichte – durch Brechung abknickt. „Auf ihrem Weg durch die Atmosphäre passieren die Sonnenstrahlen Luftschichten mit stetig zunehmender Dichte und werden immer wieder gebrochen. Diese Übergänge sind jedoch fließend, sodass das Licht auf einer gekrümmten Bahn durch die Atmosphäre läuft“, so Fichtner. Das Sonnenlicht wird um den Horizont „herumgebogen“ und gaukelt uns vor, die Sonne stünde noch darüber. Der Unterschied beträgt hierbei etwa 0,5 Grad, was uns morgens und abends circa zwei Minuten mehr Tageslicht schenkt. Auch treffen die Strahlen vom unteren Rand der Sonne in einem anderen Winkel auf die Atmosphäre als die vom oberen Rand und werden auf ihrem Weg durch die Lufthülle stärker abgelenkt. Hierdurch wird der untere Teil der Sonne stärker „angehoben“, weshalb die Sonnenscheibe uns dicht über dem Horizont in ovaler, abgeplatteter Form erscheint.
Welche Fangmethoden sind am nachhaltigsten?
Jens Strackmann, per E-Mail
Während der globale Fischkonsum stetig zunimmt, hat die industrielle Fischerei innerhalb weniger Jahrzehnte manche Fischbestände bereits um 50 bis 80 Prozent dezimiert. Ein Problem gängiger Fangmethoden ist der Beifang, das heißt ungewollt gefangene Arten, die dann wieder über Bord geworfen werden und meist verenden. Dies trifft neben wirtschaftlich uninteressanten Fischarten auch Meeressäuger, Seevögel, Schildkröten und Robben. In manchen Fällen beträgt der Beifang ein Vielfaches der eigentlichen Fangmenge. Einen hohen Anteil an Beifang verursachen Schlepp- und Stellnetze und die bereits weitestgehend von der UN verbotenen Treibnetze. Besonders kritisch ist die Fischerei mit Grundschleppnetzen, da sie Ökosysteme am Meeresboden massiv schädigt. Mancherorts wird bereits nachgebessert. So konnte etwa durch den Einsatz von Fluchtfenstern in Netzen und speziell geformten Haken der Beifang einzelner Arten reduziert werden. Zu den wenigen Fangmethoden, die als nachhaltig gelten können, gehört das Fischen mit Angelruten, Haken und Leine, Handleinen oder Harpunen. Es ist sehr selektiv, sodass hierbei kein Beifang anfällt und die Meereswelt geschont wird. Dennoch ist für den Erhalt der teilweise überfischten Bestände die Regulierung durch Quoten und die Schonung von Jungtieren entscheidend.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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