Küstenräusche und Strandkater

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Das pralle Leben seiner Objekte war dem britischen Maler Edward Burra (1905–1976) kaum vergönnt. Als Kind schon litt er unter Arthritis, mit deformierten Händen konnte er nur unter Schmerzen malen, und dennoch reiste er durch die Welt der Stripgirls, Hafenkneipen und des Jazz, nach Harlem, Mexiko, Marseille. Und vielleicht war er damit im Geist dem deutschen Dichter Alfred Henschke (1890–1928) nicht fern, der sich, in einer Wortschöpfung aus Klabautermann und Vagabund, Klabund nannte – ein gleichfalls Leidender, der gegen die Tuberkulose kämpfte und im Schreiben die Leichtigkeit suchte. Den Chinesen Li Tai-Pe (oder Li Bai; 701–762), dessen Werk er mit Witz nachdichtete, verklärte er sehnsuchtsvoll als „ewig trunkener, ewig heiliger Wanderer“. Weniger heilig, aber auch oft narkotisiert hat sich der US-Autor und Journalist Hunter S.Thompson (1937–2005) seinen Ruhm erschrieben. In seinem erst 1998 veröffentlichten ersten Roman ätzt er brillant über die rumseligen Glücksritter im Puerto Rico der sechziger Jahre. mw

 

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mare No. 71

No. 71Dezember 2008 / Januar 2009

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