Das bewusste Wahrnehmen jedes Augenblicks und jedes Details hat in der japanischen Kultur des Denkens herausragende Bedeutung. Besonders die Beobachtung der Natur als Taktgeberin spiegelt sich in Text und Bild, der Mensch geht als Teil dieser Natur in ihr auf. Einem sinnlich wahrnehmbaren Augenblick, häufig im Wechsel der Jahreszeiten geordnet, widmet sich die traditionsreiche poetische Kurzform Haiku. Auf den einen, den entscheidenden Zeitpunkt, der einmalig ist und so festgehalten werden soll, konzentriert sich mit ästhetischer Reduktion der Fotokünstler Hiroshi Sugimoto (geboren 1948). Momente des Aufblühens, des Verschwindens, der ewigen Einsamkeit spielten auch für den großen Dichter Yukio Mishima eine Rolle. Sein 1949 erschienener autobiografischer Roman „Geständnis einer Maske“ beschäftigt sich mit der Selbstentdeckung eines Homosexuellen. Mishimas spektakulär angekündigter ritualisierter Suizid im Jahr 1970 verursachte in Japan seinerzeit großes Aufsehen. zdb
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