Istanbuler Literaten und Künstler sind traditionell dem Meer verbunden. Der Dichter Nâzım Hikmet (1902–1963) saß 28 Jahre seines Lebens wegen kommunistischer Propaganda in türkischen Gefängnissen. Die Galatabrücke als Herz Istanbuls wird in „Vielleicht ich“ zum Symbol für sein Leben nach der Gefangenschaft. „Von der Donau“ entstand, als er im russischen Exil lebte. Die Gewässer von Istanbul sind Sehnsuchtsorte für den Schriftsteller geblieben. Bilge Karasu (1930–1995) ist einer der bekanntesten Autoren Istanbuls. Seine Geschichte über den Fischer, der einen Fisch zum Haustier wählt, ist Teil der fantastischen Rahmenerzählung „Der Garten entschwundener Katzen“; Karasus legendäre Liebe zu den Tieren wird hier deutlich. Ein ganz anderer Fisch ist es, den die Istanbuler Grafikerin Esen Karol als Sinnbild der zeitgenössischen kritischen Kunstszene in der Türkei gestaltet hat: Iskorpit heißt das giftige, aber delikate Tier, das in den Tiefen des Bosporus lebt – Fische sind in Istanbul omnipräsent, nicht nur an den vielen Verkaufsständen, auch im künstlerischen Schaffen. zdb
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