Im Netz verfangen

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Die Ambivalenz von Allmacht und Ohnmacht prägt das Leben des prominenten chinesischen Künstlers Fang Lijun (geboren 1963) im restriktiven Gesellschaftssystem seiner Heimat. Das fein gesponnene Netz in seinem Gemälde scheint wie die Versinnbildlichung von widersprüchlicher Metaphorik, die auch das Werkzeug eines Fischers in sich trägt: das Netz, das gefangen nimmt, versorgt oder rettet. Auch sein Landsmann, der daoistische Philosoph Zhuangzi (ca. 365–290 v. Chr.), hat über Grenzen und Zwänge des Daseins nachgedacht. Der deutsche Dichter Hans Gustav Bötticher (1883–1934), der unter dem Pseudonym Joachim Ringelnatz berühmt wurde, hat dieselben leidvoll erfahren. Die Nationalsozialisten verbrannten seine Bücher und erteilten ihm Auftrittsverbot, das Gedicht „Trüber Tag“ entstand 1933, ein Jahr bevor Ringelnatz verarmt an Tuberkulose starb. mw

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mare No. 78

No. 78Februar / März 2010

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