„I feel a little better now, Aloha“

Ein US-Militärfotograf machte 1945 Aufnahmen von ausgelassen feiern­den G.I.s auf Hawaii. Sie blieben bis jetzt unter Verschluss

Im Jahr 1942, als sich die USA für den Zweiten Weltkrieg rüsten, tritt der 24-jährige Wayne Miller, Student der Fotografie, der US Navy bei. Dort bekommt er seine Chance, das zu tun, was er immer wollte: „Die Menschheit zu fotografieren“, sagte er einmal, „und zu erklären. Von Mensch zu Mensch.“

Als Teil einer Eliteeinheit von Kampfberichterstattern dokumentiert Miller in den nächsten drei Jahren den Pazifikkrieg, von den Tiefen der Marinetaucher zu den Höhen der Napalmbomber, vom Blutvergießen an den Stränden zu den wogenden weißen Pazifikwolken darüber.

Im Juni 1945 schickt Miller seinen Vorgesetzten einen Vorschlag: Er bittet um Erlaubnis, sich als Matrose verkleiden zu dürfen, um undercover Marinesoldaten beim Urlaub in Hawaii zu fotografieren. Und so reist er nach Honolulu und ist mit dabei, wenn Matrosen beim Flirten, Trinken und Glücksspiel den Kriegsalltag vergessen. Die entstandenen Bilder stellt er zu einer Reisebroschüre zusammen, begleitet von einem fiktiven Brief eines Soldaten, der von seinen Urlaubserfahrungen berichtet – aufgemacht im Stil eines Reiseführers mit Tipps und Hintergrundinformationen, adressiert an einen imaginären Matrosen, der sich zum Landgang anschickt. „Lieber Mac, du bist also total aufgeregt, nach Honolulu zu kommen? […] Romantische Musik von Inselgitarren. Dunkelhäutige Mädchen und Hularöcke. Klingt toll, nicht?“ Um nachfolgend den Tropentraum, Blase um Blase, für den Neuankömmling platzen zu lassen. Das Bier zu warm, die Frauen zu teuer, die Insulaner zu prügelwütig. Doch so, im Borat-Humor und im Deckmantel der Satire, macht Miller die Wahrheit begreiflich: real existierende Spannungen zwischen Hawaiianern und amerikanischen Soldaten, Betrugsvorwürfe, Streitereien, Schlägereien. 

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mare No. 148

mare No. 148Oktober / November

Von Wayne Miller und Dimitri Ladischensky

Dimitri Ladischensky, Jahrgang 1972, seit September 2001 bei mare. Hat zuvor als Redakteur und Autor für Geo Saison gearbeitet. Studium der Germanistik, Geschichte und VWL in Freiburg, Kopenhagen und Berlin. Ausbildung auf der Deutschen Journalistenschule in München.

Wayne Forest Miller, 1918-2013) war ein amerikanischer Fotograf, der durch seine Fotoserie The Way of Life of the Northern Negro bekannt wurde. Er war von 1942 bis 1975 als Fotograf tätig und arbeitete ab 1958 für die Zeitschrift Magnum Photos.

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Vita Dimitri Ladischensky, Jahrgang 1972, seit September 2001 bei mare. Hat zuvor als Redakteur und Autor für Geo Saison gearbeitet. Studium der Germanistik, Geschichte und VWL in Freiburg, Kopenhagen und Berlin. Ausbildung auf der Deutschen Journalistenschule in München.

Wayne Forest Miller, 1918-2013) war ein amerikanischer Fotograf, der durch seine Fotoserie The Way of Life of the Northern Negro bekannt wurde. Er war von 1942 bis 1975 als Fotograf tätig und arbeitete ab 1958 für die Zeitschrift Magnum Photos.
Person Von Wayne Miller und Dimitri Ladischensky
Vita Dimitri Ladischensky, Jahrgang 1972, seit September 2001 bei mare. Hat zuvor als Redakteur und Autor für Geo Saison gearbeitet. Studium der Germanistik, Geschichte und VWL in Freiburg, Kopenhagen und Berlin. Ausbildung auf der Deutschen Journalistenschule in München.

Wayne Forest Miller, 1918-2013) war ein amerikanischer Fotograf, der durch seine Fotoserie The Way of Life of the Northern Negro bekannt wurde. Er war von 1942 bis 1975 als Fotograf tätig und arbeitete ab 1958 für die Zeitschrift Magnum Photos.
Person Von Wayne Miller und Dimitri Ladischensky