Hundstage

Die indische Fotografin Dimpy Bhalotia porträtiert Menschen und Tiere, bevorzugt Hunde und bevorzugt an Stränden. Wie eingefroren wirken ihre Szenen – und haben viel Sinn für Humor

Hundstage, so nennt man besonders heiße Sommertage. Und das nicht einmal, weil viele Vierbeiner dann hechelnd auf irgendwelchen Gehwegplatten liegen. Ursprünglich hing der Begriff mit den Sternen zusammen. Mit den dies caniculares, den „Tagen vom Großen Hund“, meinte man zur Zeit des Römischen Reichs die Tage von Ende Juli bis Ende August, wenn sich das Sternbild Großer Hund am Himmel zeigte. Allerdings haben sich die Zeiten geändert. Mittlerweile erscheint das Sternbild bei uns erst gen Herbst. 

Doch das ist einerlei, denn hier zu Erden gibt es Dimpy Bhalotia, die ebenfalls für schöne Momente mit Hunden sorgt. Geboren wurde die Fotografin 1987 in Mumbai, in eine Familie von Kunsthandwerkern aus Rajas­than. Nach der Schule zog sie nach London, um dort Modedesigntechno­logie zu studieren. Mit der Zeit aber wurde ihr klar, dass ihre eigentliche Sprache die Fotografie ist. Die Straßen von London lehrten sie Beobachtungsgabe, Timing und die Schönheit des Alltags zu erkennen. Die Fotografie wurde zu ihrem Lebensweg. Es war ein Wandel, der sich ganz selbstverständlich und zwanglos vollzog. 

So ist auch ihre Art zu fotografieren. Die „Flying Boys“ (Seite 100), eines ihrer bekanntesten Motive, fing sie in Varanasi ein. „Ich spazierte am Fluss entlang, als ich eine Gruppe von Jungen bemerkte, die fröhlich ins Wasser sprangen. Nichts war geplant, der Moment ergab sich ganz natürlich vor meinen Augen.“ Sie ließ sich ein auf das Licht und die Energie und drückte genau dann auf den Auslöser, „als ihre Silhouetten vom Boden abhoben“. Ähnlich ist es, wenn sie Hunde fotografiert. Intuitiv begibt sie sich mit ihnen auf Augenhöhe, wenn sie ihnen in Indien, von Bombay über Varanasi bis hin zu kleinen Küstenstädten, begegnet. Viele ihrer ­Bilder nahm sie an heißen Nachmittagen auf, wenn das Leben auf den Straßen langsamer wird und die Tiere sich ihrem eigenen Rhythmus ­hingeben. „Diese Hitze schafft eine ganz besondere Poesie im Bild, die Schatten werden tiefer, die Bewegungen weicher, und die Stimmung wird filmisch“, erzählt sie. Hundsnachmittage eben. 


mare No. 174

mare No. 174Februar / März 2026

Von Andrea Walter und Dimpy Bhalotia

Dimpy Bhalotia, Jahrgang 1987, lebt als Fotografin und Kreativdirektorin in London und Mumbai. Sie ist bekannt für ihren originellen Stil der ­Straßen-, Porträt- und Dokumentarfotografie. Seit 2006 nutzt sie für ihre Straßenfotografie wechselnde Mobiltelefone, fotografiert aber auch mit ­anderen Kameras wie Leica. Ihre Bilder zeichnen sich vor allem durch besondere Blickwinkel aus und wurden bereits in 15 Ländern ­ausgestellt und mit 24 internationalen Preisen ausgezeichnet.

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Vita Dimpy Bhalotia, Jahrgang 1987, lebt als Fotografin und Kreativdirektorin in London und Mumbai. Sie ist bekannt für ihren originellen Stil der ­Straßen-, Porträt- und Dokumentarfotografie. Seit 2006 nutzt sie für ihre Straßenfotografie wechselnde Mobiltelefone, fotografiert aber auch mit ­anderen Kameras wie Leica. Ihre Bilder zeichnen sich vor allem durch besondere Blickwinkel aus und wurden bereits in 15 Ländern ­ausgestellt und mit 24 internationalen Preisen ausgezeichnet.
Person Von Andrea Walter und Dimpy Bhalotia
Vita Dimpy Bhalotia, Jahrgang 1987, lebt als Fotografin und Kreativdirektorin in London und Mumbai. Sie ist bekannt für ihren originellen Stil der ­Straßen-, Porträt- und Dokumentarfotografie. Seit 2006 nutzt sie für ihre Straßenfotografie wechselnde Mobiltelefone, fotografiert aber auch mit ­anderen Kameras wie Leica. Ihre Bilder zeichnen sich vor allem durch besondere Blickwinkel aus und wurden bereits in 15 Ländern ­ausgestellt und mit 24 internationalen Preisen ausgezeichnet.
Person Von Andrea Walter und Dimpy Bhalotia
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