Der Künstler Nedko Solakov, geboren 1957 in Cherven Briag, Bulgarien, wird oft gefragt, ob die Konzeptkunst der 1970er Jahre auf seine Arbeit mit Text und Bild Einfluss genommen habe. Er weist dann gerne darauf hin, dass man im Bulgarien jener Zeit keine Ahnung von westlichen Kunstströmungen haben konnte. Vielleicht hat die Eingeschlossenheit im System aber gerade die feine Beobachtungsgabe, die sein Werk begleitet, geschult. Dass der Mangel an Eindrücken keinen Einfluss auf die Weite des persönlichen Denkhorizonts haben muss, beweist die imaginative Kraft jeder Gedichtzeile, die Emily Dickinson (1830–1886) jemals geschrieben hat. Die Dichterin aus Amherst, Massachusetts, hat ihren Geburtsort nie verlassen und ihr von Depressionen gezeichnetes Dasein in selbst gewählter Einsamkeit verbracht. Nur sieben ihrer insgesamt mehr als 1500 Gedichte wurden zu Lebzeiten veröffentlicht. Virginia Woolfs (1882–1941) Roman „Die Wellen“ erschien 1933, und er ist der letzte einer Dreierserie, in der sie gleichsam analytisch auch die Grenzen der eigenen, leidenden Psyche auslotete. Am 28. März 1941 nahm sie sich das Leben. Ihr Ehemann Leonard ließ ein Zitat aus dem Roman auf ihre Grabtafel schreiben: „Dir will ich mich entgegenwerfen, unbesiegt und ungebeugt, o Tod!“ mw
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