Grobe Völlerei und verfeinerte kulinarische Rituale – die Übergänge sind fließend und altbekannt. Der aus Wesel stammende Autor und Lebemann Baron Eugen von Vaerst (1792–1855) unterschied drei Arten von Feinschmeckern: den Gourmand, den Gourmet und den Gastrosophen. Letzterer wählt beim Essen das Beste aus und berücksichtigt dabei die Gesundheit und die „Sittlichkeit“ – es geht ihm um die „Weisheit des Essens“. Der „Braten à l’impératrice“ ist ein wunderbares Beispiel der bis zum Exzess durchdachten Küche: Um ein Sardellenfilet herum wird ein ganzes Glanzmahl bereitet. Auch der französische Schriftsteller Alexandre Dumas (1802–1870) nahm sich des Gerichts an, ein Rezept wird so zu einer literarischen Finesse. Essgenuss als Topos für Maler ist altbekannt, römische Wandmalereien von ausladend präsentierten Zutaten zeugen davon. Der Münsteraner Ludger tom Ring der Jüngere (1522–1584) war im Mittelalter ein Meister solcher Stillleben. Von seinem Vater unterrichtet, wuchs tom Ring zu einem bekannten Künstler heran, der für seinen Lebensunterhalt vorwiegend die niedersächsische Aristokratie porträtierte. Sein „Küchenstück mit der Hochzeit von Kana“ ist kulinarisches Stillleben einerseits, erzählerische Malerei andererseits. zdb
Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 63. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.
| Vita | mare-Kulturredaktion |
|---|---|
| Person | mare-Kulturredaktion |
| Vita | mare-Kulturredaktion |
| Person | mare-Kulturredaktion |