Fischen

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Die Entfremdung zwischen Mensch und Tier ist in der modernen Welt eine totale geworden. Selten, dass der Mensch isst, was er selbst getötet hat. Andere übernehmen das Schlachten für ihn. Es gibt Orte, wo das noch nicht so ist, kleine Fischerdörfer beispielsweise, es gab Zeiten, in denen das anders war, und es gibt Menschen, die anders handeln. Im Johannes-Evangelium wird erzählt, wie Jesus jenen Fischern erscheint, die den Fang auch für ihr eigenes Mahl verwenden. Der Maler Heinrich Campendonk (1889–1957), Mitglied der Künstlervereinigung „Blauer Reiter“, zeigt in seinem Gemälde „Der Angler“ sowohl den Menschen mit seiner Angelrute als auch die Fische selbst. Diese doppelte Perspektive treibt die Dänin Tanja Blixen (1885–1962) in ihrer Erzählung „Der Taucher“ noch weiter und stellt sie auf den Kopf. Sie schildert die mystisch anmutende Geschichte eines Korallenfischs, der den Netzen seiner Fischer entschlüpft ist und daraufhin ein ganz neues Verhältnis zu den Menschen entwickelt. Zdb


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mare No. 51

No. 51August / September 2005

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