Einst im Seebad

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Einige Reisen an mediterrane Küsten hat der deutsch-schweizerische Maler Paul Klee (1879–1940) in den 1920er Jahren unternommen, und obschon die Kunsthistoriker in seinem Bild „Südfranzösisches Seebad“ vor allem die Komposition des hochmusikalischen Künstlers bewundern, die an ein Notenbild erinnert, wird wohl auch eine sommerliche Reminiszenz mit in das Bild geflossen sein. Sein Sohn Felix jedenfalls erzählte seinerzeit über den Vater: „Er hatte eine unstillbare Sehnsucht nach dem Süden.“ Als der russisch-amerikanische Schriftsteller Vladimir Nabokov (1899–1977) die Erinnerungen an seine Kindheit und an die Ferien mit der großbürgerlichen Petersburger Familie niederschrieb, war er schon über 50. Umso anrührender ist es, welche Details dem Erwachsenen über die Jahrzehnte präsent geblieben sind, der, damals zehnjährig, übrigens mit einem Mädchen namens Colette aus Biarritz flüchten wollte. Man könnte sich die beiden noch etwas sehr jungen Liebenden vorstellen, am Strand sitzend – wie die Menschen in dem Gedicht des amerikanischen Lyrikers Robert Frost (1874–1963) mit dem Blick auf das Meer, das immer wie eine Verheißung wirkt. mw


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mare No. 91

No. 91April / Mai 2012

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