Was tun Frauen, wenn die Männer auf See sind? Am Meeresstrand herrscht keineswegs nur Sehnen nach dem Geliebten und die Hoffnung, er vergnüge sich nicht mit fernen Schönheiten. Emmy Ball-Hennings (1885–1948), Tochter eines Taklers, schrieb Gedichte. „Mädchen am Kai“ spiegelt einen Abschnitt ihres eigenen Lebens wider. Auch wenn sie als Schriftstellerin weitgehend vergessen ist, erlangte das „erotische Genie“ vor allem durch die Arbeits- und Liebesgemeinschaft mit dem Schriftsteller Hugo Ball, die in die Gründung des Cabaret Voltaire in Zürich und somit von Dada mündete, Unsterblichkeit. Das Wirken ihrer Kollegin Hannah Höch (1889–1978), einer weiteren Grande Dame des Dadaismus, reichte bis in die 1960er Jahre. Sie findet in ihren Collagen und Fotomontagen, die als ihr größtes Verdienst bei Dada Berlin gelten, den „Sinn im Unsinn“. Beiden Techniken blieb sie bis ins Alter treu. Vier Jahrzehnte nach ihr beschreibt Silke Scheuermann (*1973) Neid, Abschied und Sehnsucht am Strand. Dass das grotesk zusammengefügte „Mädchen am Meer“ und das „Mädchen am Kai“ sich am Tag, an dem die Möwen zweistimmig singen, begegnen, ist nicht ausgeschlossen, verbindet sie doch dasselbe: „existenzielle Angst, aber keine Furcht, sich zu wehren“ (Hanne Bergius). acs/zdb
Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 64. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.
| Vita | mare-Kulturredaktion |
|---|---|
| Person | mare-Kulturredaktion |
| Vita | mare-Kulturredaktion |
| Person | mare-Kulturredaktion |