Einen Fisch zu angeln ist eine einsame Tätigkeit für den Angler, für den Fisch ein betrügerischer, brutaler Akt. Der New Yorker Künstler Jean-Michel Basquiat (1960–1988) hatte vielleicht beides im Sinn, als er dem schwarzen Gerippe in seinem Bild eine Rute in die Hand gab. Basquiat, aufgewachsen in Brooklyn, New York, war der erste Afroamerikaner, dem Erfolg in der weißen Kunstwelt gelang. Ein Getriebener, der mehr als 3000 Werke hinterließ, als er mit 27 an einer Überdosis starb. Dem deutschen Dichter Mario Wirz (1956–2013) reichten hingegen meist wenige, sorgfältig gewählte Worte, um in seinen Gedichten und Prosastücken die Gnadenlosigkeit des Lebens leidenschaftlich zu umarmen. Den literarischen Durchbruch erreichte er 1992 mit einem autobiografischen Werk über seine HIV-Infektion, das Gedicht „Angler“ stammt aus seinem letzten zu Lebzeiten erschienenen Band mit dem schönen Titel „Vorübergehend unsterblich“. Der norwegische Anthropologe und Forschungsreisende Thor Heyerdahl (1914–2002) mag Selbiges für sich erhofft haben, als er 1947 mit dem selbst gezimmerten Floß „Kon-Tiki“ von Peru aus über den Pazifik segelte, um seine Theorie der Besiedlung Polynesiens zu stützen. Seine Kritiker überzeugte er mit dieser Heldentat indes nicht. mw
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