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Schlägt sich der Klimawandel auf die Temperaturen der Ostsee nieder?
Rasmus Müller, per E-Mail

Tatsächlich gehört die Ostsee sogar zu dem am stärksten vom Klimawandel betroffenen Meeresregionen weltweit. Als Randmeer des Atlantiks erwärmt sie sich generell schneller als der globale Ozean und sogar am schnellsten von allen Randmeeren. Die durchschnittliche Oberflächenwassertemperatur in der Ostsee hat sich zwischen 1990 und 2018 um 0,59 Grad Celsius erhöht. Teilweise lag sie in dem Zeitraum sogar vier bis fünf Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Und der Klimawandel macht sich nicht nur durch erhöhte Temperaturen direkt bemerkbar. Auch das Meereis in der nördlichen Region der Ostsee  hat sich in den vergangenen 100 Jahren um 30 Prozent verringert. Jährliche Niederschläge und Extremniederschläge haben zugenommen, was wiederum zu verändertem Nährstoffeintrag und einem erhöhten Überschwemmungsrisiko führt. Die erhöhte CO2-Aufnahme aus der Atmosphäre sowie die Überdüngung durch hohen Nährstoffeintrag führen außerdem zur Versauerung. Da es sich bei der Ostsee ohnehin um ein recht sensibles Ökosystem handelt, sind die Folgen all dieser Faktoren bereits eindeutig zu erkennen und werden in Zukunft wohl auch noch zunehmen. Die Zusammensetzung der Fischarten verändert sich, da einige Arten von den Ökosystemveränderungen profitieren und sich ausbreiten, während andere dadurch benachteiligt werden. Überwinterungs- sowie Brutgebiete der Vögel verschieben sich ebenfalls, insbesondere durch die Temperaturveränderungen. Ringelrobbenpopulationen sind durch das schwindende Meereis bedroht, und Algenblüten, die zu Sauerstoffminimumzonen führen können, nehmen zu.


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mare No. 177

mare No. 177August / September 2026

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

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