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Wie veränderte die Eiszeit die Landschaft in Europa?
Philippe Ervens, Hamburg

Mit der „Eiszeit“ ist meist die letzte Kaltzeit oder Weichsel-Kaltzeit gemeint. Ausgelöst durch periodische Schwankungen der Erdumlaufbahn um die Sonne, begannen vor etwa 115 000 Jahren die Temperaturen auf der Erde zu sinken, bis es im globalen Mittel etwa sechs Grad Celsius kälter war als heute. In der Folge wuchsen die eisbedeckten Flächen der Erde deutlich an und bedeckten zum Höhepunkt der Kaltzeit etwa ein Drittel der Landflächen der Erde – heute ist es nur noch etwa ein Zehntel. Über Skandina­vien lag ein ein bis zwei Kilometer dicker Eisschild, dessen Ausläufer sich bis in den Nordosten Deutschlands erstreckten. Durch den Druck der auf­liegenden Eismassen wurde die Erdkruste über Skandinavien in den weicheren Erdmantel gedrückt. Als vor etwa 11 000 Jahren der Eispanzer und damit der Druck auf die Erdkruste verschwand, begann der träge Erdmantel wieder in seine ursprüngliche Form zurückzufließen. Dadurch heben sich bis heute die Landmassen Skandina­viens an, aktuell um bis zu einen Zentimeter im Jahr. Die letzte Kaltzeit hat auch die Landschaft in Nordostdeutschland stark geprägt. So entstanden durch das Abschmelzen des Eises die Seen der Mecklenburger Seenplatte, und das Schmelzwasser formte unter anderem die Täler von Elbe, Oder und Spree. Während der Kaltzeit war ein großer Teil des Wassers der Erde als Eis gebunden, und so lag der Meeresspiegel mehr als 100 Meter tiefer als heute. Dadurch wurde die Besiedlung Nordamerikas durch den Menschen über eine Landbrücke von Asien her möglich, und in der heutigen Nordsee lebten Menschen in „Doggerland“. Als der Meeresspiegel zum Ende der Kaltzeit wieder anstieg, wurde das Doggerland überspült. Noch heute zeugen Tierknochen und prähistorische Jagdwaffen, die in Fischernetzen auftauchen, von der Geschichte dieser Landschaft.

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mare No. 174

mare No. 174Februar / März 2026

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