So verstörend wie Poe, so raffiniert wie Stevenson, so schaurig wie Shelley.
Edinburgh in den 1920ern: Der Psychiater Dr. Pierce erprobt innovative Hypnosemethoden an seinen kriegsversehrten Patienten, als eines Nachts der Vorstand des Northern Lighthouse Board an die Pforten seiner Nervenheilanstalt klopft. Er ersucht Heilung für den Ingenieur David Bradley. Seit Bradley von der Inspektion des argentinischen Leuchtturms Goliaths Auge zurückgekehrt ist, verfällt er, kaum von seiner Zwangsjacke befreit, stumm in manische Schwimmbewegungen. Einziges Zeugnis der vergangenen Wochen ist sein Tagebuch, das Grausames erahnen lässt. Dr. Pierce ist fasziniert – Bradleys Heilung soll ihm als sein Meisterstück zu internationaler Anerkennung verhelfen. Doch auch seine eigene Vergangenheit wirft schwarze Schatten, und je tiefer er sich in den Fall versenkt, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Psychiater und Patienten, zwischen Wahn und Wirklichkeit.
Diego Muzzio, geboren 1969 in Buenos Aires, studierte Literatur und Fremdsprachen. Als Autor von diversen Gedichtbänden, Kurzgeschichten und Romanen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein Roman Goliaths Auge wurde in fünf Sprachen übersetzt und mit dem Konex Foundation Award (2024) und dem Medifé Filba Foundation Award (2023) prämiert. Muzzio lebt heute in Le Mans, Frankreich.
Kirsten Brandt, geboren 1963, studierte nach einer Buchhandelslehre Portugiesisch, Englisch und Deutsch in Frankfurt, Hamburg, Lissabon und Braga und lebte anschließend sieben Jahre in Barcelona. Seit 2002 übersetzt sie aus dem Katalanischen (u. a. Carme Riera, Josep Pla und Jaume Cabré), Spanischen und Portugiesischen. Für mare übersetzte sie u. a. Ferner Westen: Eine Reise entlang der portugiesischen Küste von Paulo Moura (2022) und Kleiner Atlas der Leuchttürme am Ende der Welt von José Luis González Macías (2023).