Als einen „Tanz von Millionen kleiner Wesen“ schildert der Brandenburger Schriftsteller Sten Nadolny (*1942) die Fantasie, die seinem Romanprotagonisten, dem langsamen Polarforscher John Franklin, im Traum erscheint. Das Meer ergießt sein Inneres nach außen. Auch bei dem sächsischen Lyriker Andreas Altmann (*1963) wird das, was das Meer anspült, zentrales Thema, zum sinnlich besetzten darüber hinaus. Der zweimalige Documenta-Künstler André Thomkins (1930–1985) experimentierte in den 1950er Jahren mit verschiedenen Techniken. Ein Zufall brachte den Schweizer zu dem, was er „Lackskin“, Lackhaut, nannte. Beim Bemalen eines Kinderbetts tropfte Lack auf Wasser, eine Form ergab sich. Thomkins verfeinerte diese Technik, indem er den Lack mit Luft, Federn, Messern und Farben bearbeitete. Die beiden abgebildeten Arbeiten gehören zu den allerersten „Lackskins“. Thomkins erwähnte die „Mikroben“ in einem Brief an einen Freund, in dem er ihm auch von seinen Studien meeresbiologischer Bücher erzählte. zdb
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