Abgehört

Einen erdumspannenden Schallkanal im Meer mit einem komplexen physikalischen Ursprung machen sich Wale zunutze, um miteinander zu kommunizieren. Aber auch wir Menschen profitieren davon

Einen Kilometer unter der Meeresoberfläche verläuft ein unsichtbarer Schalltunnel, der Walrufe, Atombombenexplosionen und Notsignale von Seeleuten über ganze Ozeane trägt. Diesen Tunnel, SOFAR-Kanal genannt, kann man sich vorstellen wie ein ozeanisches Internet, weil er imstande  ist, Informationen schnell von einer Ecke der Meere zur anderen zu transportieren. Allerdings gibt es keine monströsen Rechenzentren oder stahlummantelte Glasfaserkabel. Es summt und brummt allein dank der Kräfte der Physik.

Der Ozean mag flüssig sein, aber die Wassersäule ist wie eine Schwarzwälder Kirschtorte in Schichten aufgebaut. Temperatur- und Druckunterschiede zwischen diesen Schichten halten den abprallenden Schall gefangen.

Beginnen wir an der Oberfläche, wo der Ozean warm ist und der Druck gering. Hier bewegt sich der Schall mit etwa 1542 Metern pro Sekunde. Einen Kilometer tiefer sinkt die Temperatur auf zehn Grad Celsius, und der Schall schafft nur noch 1504 Meter je Sekunde. Dieser Rückgang um 2,5 Prozent genügt, um die Decke des Tunnels zu bilden. Weil sich Schall im warmen Wasser schneller ausbreitet als im kälteren Wasser darunter, werden aufsteigende Schallwellen wieder nach unten gelenkt.

Folgen wir dieser Schallwelle tiefer bis auf 2000 Meter. Hier steigt die Geschwindigkeit wieder auf 1542 Meter in der Sekunde, nun dank des gestiegenen Drucks, der den Schall beschleunigt. Die Schallwelle prallt vom Boden des Tunnels ab, bewegt sich nach oben, trifft erneut auf die Decke, sinkt wieder nach unten und so fort, quer durch alle Meere. Dabei verliert sie nur sehr langsam Energie. Die Tiefe des SOFAR-Kanals variiert dabei je nach Lage und Temperatur. Am Äquator liegt er 1,5 Kilometer tief, zu den Polen hin rückt er näher an die Oberfläche.

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 177. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 177

mare No. 177August / September 2026

Von Laura Trethewey und Helen Gruber

Bei ihren Recherchen stieß Laura Trethewey, Jahrgang 1985, kanadische Wissenschaftsjournalistin in Kiel, auf eine verblüffende Randnotiz: Maurice Ewing, einer der Entdecker des SOFAR-Kanals, vermutete bereits 1947, dass es auch am Himmel einen Schallkanal geben müsse. 75 Jahre später bestätigten Forscher seine Vermutung.
Bei mare ist ihr Buch Bis zum Grund der Welt erschienen.

Als Illustratorin Helen Gruber, Jahrgang 1978, als Kind im Schwimmbad war, ließ ihre Mutter eine Münze ins Wasser fallen. Gruber hörte das Geräusch am anderen Ende des Beckens ganz deutlich unter Wasser.

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Vita

Bei ihren Recherchen stieß Laura Trethewey, Jahrgang 1985, kanadische Wissenschaftsjournalistin in Kiel, auf eine verblüffende Randnotiz: Maurice Ewing, einer der Entdecker des SOFAR-Kanals, vermutete bereits 1947, dass es auch am Himmel einen Schallkanal geben müsse. 75 Jahre später bestätigten Forscher seine Vermutung.
Bei mare ist ihr Buch Bis zum Grund der Welt erschienen.

Als Illustratorin Helen Gruber, Jahrgang 1978, als Kind im Schwimmbad war, ließ ihre Mutter eine Münze ins Wasser fallen. Gruber hörte das Geräusch am anderen Ende des Beckens ganz deutlich unter Wasser.

Person Von Laura Trethewey und Helen Gruber
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Bei ihren Recherchen stieß Laura Trethewey, Jahrgang 1985, kanadische Wissenschaftsjournalistin in Kiel, auf eine verblüffende Randnotiz: Maurice Ewing, einer der Entdecker des SOFAR-Kanals, vermutete bereits 1947, dass es auch am Himmel einen Schallkanal geben müsse. 75 Jahre später bestätigten Forscher seine Vermutung.
Bei mare ist ihr Buch Bis zum Grund der Welt erschienen.

Als Illustratorin Helen Gruber, Jahrgang 1978, als Kind im Schwimmbad war, ließ ihre Mutter eine Münze ins Wasser fallen. Gruber hörte das Geräusch am anderen Ende des Beckens ganz deutlich unter Wasser.

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