Wie die Heringe

Fundstücke aus Kunst und Literatur

„Clupeidae“ ist der wissenschaftliche Name des Herings. Bezeichnend für diese Fische ist ihr Schwarmverhalten. Im Mai und April kommen sie zu Millionen in die Küstenregionen, um zu laichen. Diese beeindruckenden Massen, die Schönheit der synchron schwimmenden Tiere haben schon viele staunen lassen: W. G. Sebald (1944–2001), der vor allem im angelsächsischen Raum hoch geschätzte deutsche Dichter, steht in England an einem Nordseestrand und erinnert sich an einen alten Text über Heringe, den er einst las. Günter Grass (geboren 1927), groß geworden an der Ostsee, eröffnet in seinem vierzeiligen Gedicht über die Heringe einen ganzen Kosmos zwischen Ost und West, lässt die Tiere zum Symbol von Geschichte und Natur gleichermaßen werden. Die Berliner Künstlerin Daniela Finke (geboren 1958) ironisiert in ihrem digital bearbeiteten Fotowerk das Schwärmen der Fische. Menschen werden zu Heringen, angeordnet wie die Sardinen in der Büchse. Denn, das zum Schluss, auch die Sardine ist nur ein Hering. zdb

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mare No. 75

No. 75August / September 2009

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