Steine am Ufer

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Der in Bremen gebürtige Maler Norbert Schwontkowski (1949–2013) war ein Meister der hintergründigen Mehrdeutigkeit und der leisen Melancholie. Ein Mensch am Strand, ein Stein in seiner Hand – eine vertraute Szene. „Der erste Stein“ aber weckt Assoziationen. Man könnte an die biblische Frage nach Schuld und Gerichtsbarkeit denken, ebenso wie an den Grundstein einer sicheren Behausung. Seltsam fern scheint das kindliche Vergnügen des Steinesammelns, so wie es der deutsche Dichter Joachim Ringelnatz (1883–1934) beschreibt. Als enger Freund des dänischen Stummfilmstars Asta Nielsen verbrachte er viel Zeit in deren Sommerresidenz auf der Insel Hiddensee. Wer in Island zur Welt gekommen ist, wie die Dichterin Ingibjörg Haraldsdóttir (1942–2016), weiß wohl am besten, wie stark Steine sein müssen, aus denen man Häuser baut, die der Naturgewalt am Meer trotzen. mw


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mare No. 120

No. 120Februar / März 2017

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