Schwimmen

Fundstücke aus Kunst und Literatur

Badespaß und Wettkampflaune, das ist nur die eine Seite des Schwimmens. Wasser kann auch zur Bedrohung werden und Schwimmen zur Notwehr gegen die Übermacht des Meeres, das Nachlassen der Kräfte, die Bedrohung aus der Tiefe, dem eigenen Inneren. Der Chinese Fang Lijun (geboren 1968) malt das Wechselbad zwischen Lust und Gefahr als menschliche Grenzerfahrung. Ohne Boden unter den Füßen, ohne Land in Sicht, ohne Herkunft und Ziel wird die große Freiheit ungenießbar. Deutlich spüren seine Schwimmer die Präsenz eines unheimlichen Wassergeists, ihres unentrinnbaren Alter Egos. Eduard von Keyserling (1855–1918) beschreibt in seinem Roman „Wellen“ eine Frau, die eigentlich nicht sich, sondern ihren Liebeskummer ertränken möchte. Auch in den kargen Zeilen von Horst Scheffler (geboren 1945) kommt vor dem Ertrinken in den Wellen noch das Ertrinken in der Angst. uvd


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mare No. 38

No. 38Juni / Juli 2003

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