Sport
Eigene Insel für Real Madrid
Real Madrid plant vor der Küste des Golfemirats Ra’s al-Chaima ein gigantisches Urlaubsresort. Auf einer künstlichen Insel sollen über 400 Apartments, 48 Villen, eine Sportklinik, ein Vergnügungspark und das einzige Fußballstadion der Welt mit ungehindertem Meerblick gebaut werden. „Dies ist ein entschlossener und strategischer Schritt, unseren Verein auch im Mittleren Osten und in Asien zu etablieren“, so Florentino Pérez, Präsident des legendären Fußballvereins. Eine Milliarde Dollar soll das 50 Hektar große „Real Madrid Resort Island“ kosten. Die Verantwortlichen rechnen mit mehr als einer Million Gästen jährlich. Für die Realisierung des Projekts wurde eigens die RAK Marjan Island Football Company mit Sitz in Luxemburg gegründet. Beteiligt daran sind der Club, der RAK Marjan Island Football Investment Fund und die Regierung von Ra’s al-Chaima. Die Finanzierung ist noch unklar, doch Pérez versichert: „Das Problem ist nicht die Suche nach Investoren, sondern eher deren Auswahl.“ Auf einer weltweiten Roadshow wolle man nun das Projekt potenziellen Geldgebern vorstellen. Die Eröffnung ist für 2015 vorgesehen. kv
Kunst
Segelnde Erinnerungen
Ein britisches Künstlerduo, das sich Lone Twin nennt, hat vor Kurzem eine ungewöhnliche Segelyacht auf Jungfernfahrt geschickt. Der neun Meter lange Einmaster besteht fast komplett aus hölzernen Erinnerungsstücken, die Privatleute und Institutionen gespendet haben. Mehr als 1200 Teile waren zusammengekommen, darunter eine alte Haarbürste, Teile eines Ikea-Regals und Schlagzeugstöcke. „Wir waren auf der Suche nach Fundstücken, die eine Geschichte erzählen“, sagt Gary Winters von Lone Twin, „wir wollten die Menschen zum Erzählen bringen.“ Jeder Stifter wurde mit seinem Objekt fotografiert und erzählt in einem Bildband seine Geschichte. „Den Stiftern war es wichtig zu wissen, dass ihre Erinnerungen einen guten Platz gefunden haben.“ Der Bau des Schiffes dauerte ein Jahr. Die Teile wurden auf passende Größen zurechtgeschnitten, geschliffen und anschließend mit einem Spezialharz verklebt. Allein die Pinne besteht aus 50 Einzelteilen. Das Schiff, dessen Außenwände aussehen wie ein Holzpuzzle, soll eine Attraktion der im Sommer in London stattfindenden Kulturolympiade werden. Anschließend wird es bei verschiedenen Kunstaktionen zu sehen sein. Vereine erhalten zudem die Möglichkeit, das Segelboot zu chartern. muk
Wirtschaft
Ölfieber vor der Ostseeküste
Das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) will an der deutschen Ostseeküste nach Öl suchen. Dafür hat das Bergamt Stralsund dem Unternehmen mehrere Aufsuchungserlaubnisse erteilt. Nun aber gibt es Ärger: Offenbar gelten die Erlaubnisse auch für Abschnitte, die unter Naturschutz stehen. „Es handelt sich um
Naturschutzgebiete und ‚Natura 2000‘-Gebiete, für die bis 2013 Schutzverordnungen erlassen werden sollen“, sagt Stephan Lutter vom WWF, „diese Gebiete dürfen auf keinen Fall eines Tages ausgebeutet werden.“ Der WWF und andere Naturschutzorgani-
sationen befürchten, dass CEP Schallkanonen einsetzen will, um den Meeresboden nach Öl abzusuchen. Vor allem Meeressäuger könnten dabei zu Schaden kommen. CEP betont dagegen, dass die erteilte Genehmigung erst einmal nur das Aktenstudium vorsehe und keine Seismik. Schon zu DDR-Zeiten wurde das Gebiet seismisch untersucht.
Diese Daten wertet CEP jetzt aus. „Uns ist klar, dass wir die zusätzliche und nötige Erlaubnis für Aufsuchungsarbeiten wie etwa seismische Untersuchungen – falls überhaupt nötig – nur in jenen Schutzgebieten bekommen könnten, deren Gebietsverordnung die Möglichkeit von Rohstoffaufsuchungsarbeiten vorsieht“, sagt CEP-Sprecher Thomas Schröter. Das heißt: CEP könnte tatsächlich eines Tages Anträge stellen, um in Schutzgebieten mit Schallkanonen operieren zu dürfen. Die Behörden müssten dann auf Grundlage des jeweiligen Schutzstatus entscheiden, ob sie dem stattgeben oder nicht. Die Landesregierung in Schwerin bemüht sich derweil, die Vorwürfe der Naturschützer zu entkräften. So kündigte Volker Schlotmann, Energieminister in Mecklenburg-Vorpommern, an, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Einsatz von Schallkanonen zu verhindern. muk
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