Tourismus
Hightech-Garten am Meer
In Singapur entsteht derzeit ein gigantischer Hightech-Garten – mitten in der Stadt am Ufer des Marina Reservoir. Bis die 101 Hektar große Anlage fertig ist, wird es zwar noch dauern, doch schon jetzt machen die „Gardens by the Bay“ den Hochhäusern Konkurrenz. Auf dem Gelände ragen 18 als Bäume gestaltete Stahlmasten, an denen Kletterpflanzen wachsen und deren Sonnenkollektoren abends den Park illuminieren, bis zu 50 Meter hoch in den Himmel. Zwei riesige Gewächshäuser zeigen eine mediterrane Landschaft und einen Bergregenwald – einschließlich tausendjährigen Olivenbaums und Wasserfalls. „Die Anlagen sollen verdeutlichen, dass Singapur eine erstklassige tropische Gartenstadt ist, die sich perfekt zum Leben und Arbeiten eignet“, sagt Kiat Tan, der das Projekt leitet. Ganz selbstlos haben die Strategen des südostasiatischen Inselstaats die mehr als 600 Millionen Euro allerdings nicht investiert. Die Gärten steigern den Wert der umliegenden Grundstücke und locken Investoren und Touristen an. Ein weiterer Höhepunkt des Projekts ist der geplante Bau einer drei Kilometer langen Uferpromenade am Meer. Trotz der 130 000 herbeigeschafften Pflanzen haben die Anlagen mit dem natürlichen Regenwald, der früher in Singapur wuchs, nichts mehr gemein. Die Besucher scheint das nicht zu stören. Laut CNN belegten die „Gardens by the Bay“ im vergangenen Jahr Platz vier der beliebtesten Attraktionen, gleich hinter dem New Yorker Central Park. gm
Kultur
Meeresbuch kostet 2200 Euro
Es ist ein Buch der besonderen Art. „Das Meer – 12 Assoziationen“ besteht aus nur zwölf Seiten und kostet 2200 Euro. Mehrere Jahre hat die Münchner Künstlerin Annette Vogel an der Konzeption gearbeitet. Nun kann man es bei Vogelpresse, Vogels eigenem Buchkunstverlag, bestellen. In dem Buch kombiniert sie Ausschnitte der Wasseroberfläche mit Wortgruppen und Zeichnungen von je einer jüngst im Ozean entdeckten Tier- oder Pflanzenart. Mit dem zum Großformat ausfaltbaren Werk nähert sich die ursprünglich aus Leipzig stammende Grafikdesignerin der „Vieldimensionalität“ des Meeres, das für sie seit je ein Sehnsuchtsort ist. „Assoziative Räume“ will die 48-jährige Buchkünstlerin erzeugen – von romantisch („Wellentakt“) über nautisch („Land in Sicht“) zu ökologisch („Wasserplanet“), wobei das abgebildete Zitat von Jules Verne die Faszination des Meeres, der „lebendigen Unendlichkeit“, für sie am umfassendsten erklärt. Dass sich die Auflage auf nur neun Bücher beschränkt, erklärt Annette Vogel mit dem „enormen“ Aufwand bei der Herstellung: Holzschnitt, Bleisatz, Handzeichnungen – es dauere Wochen, ein einzelnes Exemplar zu fertigen. Für die Gestalterin, die im Hauptberuf vor allem Websites konzipiert, ist die Arbeit auch ein Ausdruck ihrer Leidenschaft für das „haptische, hochwertig gestaltete Buch“. „Das Meer – 12 Assoziationen“ ist ihr erstes Werk, in das Erfahrungen aus ihrem früheren Beruf einflossen. Vogel ist auch studierte Biologin, Fachgebiet Botanik, Zoologie und Ökologie. emt
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