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Politik

Fischereiverbot in der Arktis

Kommerzieller Fischfang soll in der Arktis erst dann erlaubt sein, wenn die Region ausreichend erforscht ist. Darauf haben sich Kanada, die EU, China, Dänemark, Island, Japan, Südkorea, Norwegen, Russland und die USA kürzlich geeinigt. Sie unterzeichneten ein Abkommen: In der 2,8-Millionen-Quadratkilometer-Zone rund um den Nordpol ist die Fischerei mindestens 16 Jahre lang verboten. Das betrifft den Zentralen Arktischen Ozean, jenes Meeresgebiet außerhalb der 200-Seemeilen-Zonen der Küstenstaaten, in denen die Staaten Hoheits- und Fischfangrechte haben. Auch die Inuit sind Vertragspartner.„Das Abkommen ist ein guter erster Schritt“, sagt Heino Fock vom Thünen-Institut für Seefischerei. Die Arktis erwärmt sich stärker als jedes andere Gebiet der Erde. Wegen des Klimawandels könnte der Arktische Ozean bereits ab den 2030er-Jahren im Sommer eisfrei sein – und kommerzielle Fischer anlocken. „Besonders gefährdet durch Fischerei sind dann nicht die polaren Bestände, sondern die Bestände, die sich nach Norden ausbreiten und dann neu ins Nordpolarmeer kommen, zum Beispiel der Kabeljau“, erklärt Fock. Diese ökologisch jungen Gemeinschaften müssten sich auf die neue Umgebung und die extreme Saisonalität einstellen, etwa auf die langen Perioden der Dunkelheit. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass der Kabeljau vor Spitzbergen wesentlich schlechter angepasst ist als der Kabeljau vor Ostgrönland“, so Fock, „und der wiederum ist schlechter angepasst als der Kabeljau in der nördlichen Nordsee.“ Der EU-Kommissar für Fischfang und maritime Angelegenheiten, Karmenu Vella, bezeichnete das rechtsverbindliche Abkommen als historisch. Es werde „eine bedeutende Lücke in der internationalen Meerespolitik schließen“. Kanadas Fischereiminister Dominic LeBlanc erklärte: „Erstmals wurde ein internationales Abkommen dieser Größenordnung erreicht, ehe kommerzieller Fischfang stattfindet.“ mz


Start-up

Verpackung aus Seetang

Eine Designstudentin aus Sydney geht neue Wege. Sie hat eine Fastfoodverpackung entwickelt, die aus Seetang besteht. „Sea Harvest“ nennt Jessica Zinga von der University of New South Wales ihr Produkt. Anders als Verpackungen aus Plastik und Polystyrol kann der Seetang wieder komplett in den Ozean gelangen, ein geschlossener Kreislauf entsteht. „Seetang ist ein nachhaltiges Material, das kein frisches Wasser zur Bewässerung erhält, nicht mit Pestiziden behandelt wird und keinen fruchtbaren Boden benötigt“, sagt Zinga, die gemeinsam mit anderen Studierenden an der Ausstellung „Designing Bright Futures“ am Australian Design Centre in Sydney teilgenommen hat. Der geerntete Seetang wird gepresst und zu schüsselähnlichen Behältern geformt, die sich perfekt dafür eignen, Fastfood mitzunehmen. Zinga nutzt den geernteten Seetang außerdem für die Herstellung von natürlichen Farbstoffen für Textilstoffe. „Ich will gefährliches Plastik und Chemikalien ersetzen, die zurzeit unsere Umwelt belasten“, sagt Zinga. Seetang könne überall auf der Welt lokal angebaut und verwendet werden. Zinga ist am Meer aufgewachsen. „Die Küste war mein Garten und Spielplatz. Die Nähe zum Ozean hat dazu geführt, dass ich die Natur entdecken und bewahren möchte.“ Zinga forscht zurzeit weiter an dem Material, das bald auf den Markt kommen soll. mz

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mare No. 127

mare No. 127April / Mai 2018

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