Wirtschaft
Mercedes baut Schnellboot
Der Autohersteller Mercedes-Benz will in das Geschäft mit Luxusschnellbooten einsteigen. Auf der Monaco Yacht Show stellte das Unternehmen erstmals Entwürfe der „Arrow 460 Granturismo“ vor. Für die Entwicklung der Motoryacht hatten die Stuttgarter im Jahr 2012 eigens das Designbüro Silver Arrow Marinein London gegründet. Die 14 Meter lange Yacht für rund zehn Personen soll ein sportlich edles Äußeres bekommen mit einer leicht nach hinten abfallenden Linie in der Seitenansicht. Ziel sei es, „die spezifische Mercedes-Benz-Designsprache und Luxusund Komfort auf eine Motoryacht zu übertragen“, sagt Ina Schultz von Mercedes-Benz. Das Schiff wird von zwei Yanmar-Dieselmotoren à 480 PS angetrieben und soll eine Höchstgeschwindigkeit von 75 Kilometern pro Stunde erreichen. Seitenscheiben lassen sich versenken, Sofas sind mit Nubukleder bezogen, die Böden bestehen aus Eukalyptusholz. Die Yacht ist als reines Beiboot konzipiert, Betten, eine Dusche und Küchenzeile fehlen. Stattdessen gehören Klimaanlage, Weinbar und Eismaschine zur Standardausstattung. Der Preis liegt bei etwa 1,25 Millionen Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Im kommenden Jahr wollen die Stuttgarter die ersten Exemplare ausliefern. Silver Arrow Marine habe das Orderbuch geöffnet, es gebe bereits einige Interessenten, teilt Mercedes-Benz mit. Um die Exklusivität zu wahren, soll die Anzahl der gebauten Yachten klein gehalten werden. Zehn bis zwölf Einheiten seien für das Konzept sehr zufriedenstellend, so Schultz. Immer wieder spielen auch andere Autohersteller mit dem Gedanken, Luxusschnellboote zu bauen. Jaguar stellte 2012 eine Designstudie vor, zuvor hatte auch Bugatti ein Konzept präsentiert. muk
Leben
Freizeitpark in Venedig?
Rund 30 Millionen Touristen besuchen Venedig jedes Jahr – bald könnte es eine weitere Attraktion für sie geben. Auf der Insel San Biagio, zwölf Bootsminuten vom Markusplatz entfernt, soll ein Themenpark entstehen. Entsprechende Pläne hat kürzlich das italienische Unternehmen Zamperla vorgestellt. Es ist weltweit an mehreren Freizeitparks beteiligt, unter anderem an Disneyland Paris, an Coney Island in New York und am Wunderland Kalkar in Deutschland. „Wir bauen in Venedig kein Disneyland, sondern ein Kultur- und Freizeitzentrum“, sagt Zamperla-Sprecherin LauraRigodanza. Es soll einen Naturlehrpfad geben, der über Venedigs Salzmarschen, die sogenannten Barenen, informiert, und einen künstlichen Teich. „Darin wollen wir die berühmte Schlacht von Lepanto zwischen Türken und Venezianern mit drei historischen Schiffen nachstellen“, erklärt Rigodanza. Geplant sind außerdem multimediale Angebote wie Touchscreens, anhand derer die Besucher die Pflanzen- und Tierwelt in der Lagune kennenlernen. Aufbereitet werden soll auch der venezianische Karneval. Zamperla rechnet mit Investitionskosten in Höhe von 90 Millionen Euro. Darin inbegriffen ist auch die Reinigung der 40 000 Quadratmeter großen Insel, auf der früher eine Müllverbrennungsanlage stand. Trotz des didaktischen Konzepts lehnen viele Einwohner Venedigs den Park ab. „Wir Venezianer werden weniger und weniger, die Touristen mehr und mehr. Wir brauchen Häuser und Dienstleistungen für uns, keine weiteren Attraktionen für Reisende“, sagt Matteo Secchi, Sprecher des Bürgervereins Venessia.com. Noch kann sich der Stadtrat gegen den Park aussprechen. Viele Bewohner stören sich vor allem an dem geplanten Riesenrad. Firmenchef Alberto Zamperla hält dagegen: „Um ein Kulturprojekt auf die Beine zu stellen, braucht es auch ein gewisses Unterhaltungsangebot.“ mz
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