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Tourismus

Mega-Hotel auf den Bahamas

Es ist die größte Investition, die je auf den Bahamas getätigt wurde: Für 3,5 Milliarden US-Dollar baut die China State Construction Engineering Corporation ein riesiges Strandresort am Stadtrand von Nassau. Das „Baha Mar“ soll über 2200 Hotelzimmer, ein 9000 Quadratmeter großes Spielkasino und einen Golfplatz mit 18 Löchern verfügen. Die staatliche China Eximbank stellt das Kapital zur Verfügung. Eigentlich sollte das Resort bereits im Dezember eröffnen, doch der Termin wurde um sechs Monate verschoben. „Das Projekt ist einfach sehr komplex“, sagt Robert Sands, Vizepräsident der „Baha Mar“Verwaltung. Das Resort, das eines der glamourösesten Ziele in der Karibik werden soll, wird hauptsächlich von 4000 chinesischen Arbeitern gebaut, die die staatliche Baufirma mitgebracht hat. Einheimische Bauarbeiter und Unternehmen fühlen sich dadurch offenbar ausgeschlossen. Laut „Wall Street Journal“ („WSJ“) essen die Chinesen nicht in den einheimischen Imbissen, sondern pausieren direkt auf dem Bau. Sie schlafen zudem in der Nähe der Baustelle in provisorischen Lagern. Das „WSJ“ zitiert Chrys Sturrup, einen Fahrer in Nassau, mit den Worten: „Wir nennen sie ,die Gefangenen‘. Wir sehen sie weder an den Stränden noch auf den Straßen.“ mz


Archäologie

150 Jahre alter Duft gefunden

Archäologen haben vor Bermuda ein uraltes Parfüm entdeckt. Es lag 150 Jahre lang in einem gesunkenen Schmugglerschiff, der „Mary Celestia“. Gefunden wurde der Duft in einem guten Versteck: ganz vorne im Bug der „Mary Celestia“, wo normalerweise der Bootsmann sein Werkzeug verstaut. Laut Aufschrift handelt es sich um eine Parfümflasche des heute nicht mehr existierenden Londoner Dufthauses Piesse and Lubin. Das Parfüm wurde nach dem Fund im Chromatografen in seine Bestandteile zerlegt und ist nun wieder erhältlich. „Der neue Duft entspricht zu 80 Prozent dem Original“, sagt der Parfümeur Jean-Claude Delville, der den Duft in seinem Labor in New Jersey wiederherstellte. „Als ich die Flasche nach 150 Jahren öffnete, erwartete ich nicht viel. Der blumige Duft mit Zitrusnote, der sich dann entfaltete, hat mich überrascht“, so Delville. Das Parfüm lagerte unter perfekten Bedingungen am Boden des Meeres: kühl und dunkel. So oxidierte es nicht. Das Schiffswrack der „Mary Celestia“, die 1864 auf ein Riff auflief und sank, ist bei Tauchern beliebt. Nach einem Hurrikan drehte das Wrack sich so, dass die Forscher die zuvor verborgene Parfümflasche finden konnten. „Eine kleine Kiste ohne Deckel lag in der Wölbung an Deck. In der Nähe haben wir die Flasche gefunden, versiegelt mit einem Glaspfropfen, gefüllt mit einer klaren Flüssigkeit“, schreibt einer der beteiligten Archäologen, James Delgado, in dem Fachmagazin „Archaeology“. Im Andenken an das Schiff werden nun 1864 Flaschen des Duftes „Mary Celestia Fragrance“ angeboten. Der Preis: 225 Dollar je Flakon. mz

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mare No. 107

No. 107Dezember 2014 / Januar 2015

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