Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Meeresbiologie
Eisen macht die Muscheln stark

Sie sind eine Gesellschaft mit unbeschränkter Haftung: Selbst in Brandungszonen kleben Miesmuscheln felsenfest am Untergrund. US-Chemiker wissen nun den Grund: Es ist das Eisen im Meerwasser, das die Haftsekrete der Schalentiere zementhart werden lässt. Als Grundlage ihres „Superklebers“ produzieren Miesmuscheln aus einer speziellen Drüse gelatineartige Eiweißfäden, die jedoch erst durch die Verknüpfung mit Eisenionen aus dem Meerwasser ihre extrem haftende Konsistenz erhalten. Damit können sich Muscheln selbst an spiegelglatten Oberflächen mühelos verankern – sogar an Teflon. Nachdem der Wirkmechanismus entschlüsselt ist, wollen die Wissenschaftler nun künstliche Klebstoffe nach dem natürlichen Vorbild herstellen. „Seine biologische Herkunft macht den Stoff etwa als medizinischen Klebstoff für Zähne oder Knochen interessant“, sagt Forschungsleiter Jonathan Wilker von der Purdue University in West Lafayette, Indiana. Zudem könnten Wirkstoffe entwickelt werden, um die lästige Ansiedelung von Muscheln an Schiffsrümpfen zu verhindern. Dafür sind bislang kupferhaltige Antifouling-Farben im Einsatz, die die Umwelt stark belasten. map


Genuss
Japanischer Wein taucht

Wer demnächst im Unterwasserparadies Mikronesiens taucht, könnte auf ungewohnte Meeresschätze stoßen: Warm umspült von türkisfarbenem Wasser, reifen inmitten schillernder Korallenriffe vor Palau die besten Tropfen japanischen Weins. Ein Jahr lang sollen die 30000 Flaschen – insgesamt acht Sorten – in 20 Meter Tiefe bei konstanter Temperatur lagern und später ab 50 Dollar je Flasche verkauft werden. Japan gehört zu den wenigen Weinländern, die trotz erschwerter klimatischer Bedingungen sowohl asiatische als auch europäische und amerikanische Rebsorten anbauen. 40 Prozent der Traubenproduktion stammen aus Yamanashi und Nagano, einem Weinanbaugebiet nördlich von Tokio; Rebsorten sind unter anderen Delaware und Koshu, aber auch europäische Sorten wie Cabernet Sauvignon oder Merlot. Die submarine Kellerei sei „eine wunderbare Werbung für Palau“, schwärmt Staatschef Tommy Remengesau. Mehr wohl auch nicht: Auf den Geschmack der edlen Tropfen hat die besondere Lagerung keinen Einfluss. map


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mare No. 44

No. 44Juni / Juli 2004

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