Neuigkeiten aus der Welt der Meere

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Erziehung

Meereskindergarten eröffnet

Im italienischen Ostia, Stadtteil von Rom, ist ein Meereskindergarten eröffnet worden. Die zehn Kinder gehen mit ihren Erziehern fast jeden Tag an den Strand, sammeln Muscheln und beobachten die Gezeiten. „Wir glauben, dass die Kinder draußen mehr lernen als in jedem Innenraum“, sagt Danilo Casertano, Präsident der Associazione Manes, Träger des Kindergartens. Erziehung in den Einrichtungen der Associazione sei immer eng mit Aktivitäten im Freien verbunden. Der Kindergarten arbeitet zudem eng mit dem Lipu-Center in Ostia zusammen, einem Museum und Naturschutzgebiet, in dem viele Vögel brüten. Auch dort sind die Kinder oft zu Gast. „Die Kinder können spielend die Natur kennenlernen – nicht über Bücher, sondern indem sie sie mit allen Sinnen erfahren“, sagt die Fotografin Fulvia Bernacca, die im Kindergarten Aufnahmen für mare gemacht hat. „Sie erkunden am Meer Farben, Formen, Raum, Zeit und die Veränderung der Jahreszeiten“, sagt Bernacca. Ostia gilt als schwieriges Viertel mit hoher Armuts- und Kriminalitätsrate. Die Associazione Manes plant weitere Einrichtungen dieser Art. mz


Medizin

Schmerzmittel aus Fischgift

Bestimmte Säbelzahnschleimfische aus Korallenriffen im Pazifik produzieren eine heroinähnliche Chemikalie, um sich gegen Angreifer zu wehren. Nach dem Biss verursacht das Gift jedoch keine Schmerzen – sondern lindert sie. „Der Fisch spritzt anderen Fischen opiatartige Peptide, die wie Heroin oder Morphin wirken. Sie hemmen den Schmerz eher, als dass sie ihn verursachen“, sagt Bryan Fry, Biologe an der australischen University of Queensland. Das Gift sei in seiner Zusammensetzung einzigartig, berichtet er im Fachblatt „Current Biology“. Fry, Teamleiter am Venom Evolution Laboratory der Universität, forscht seit Langem über Zootoxine, also Tiergifte, und wie sie medizinisch genutzt werden können. Das Gift der Säbelzahnschleimfische könnte seiner Meinung nach Grundlage für neue Medikamente zur Schmerzlinderung sein. Denn ihre Methode ist effektiv: Der Blutdruck beim Angreifer sinke nach dem Biss, er wirke wie betäubt und verlangsame seine Bewegungen. „Weil sie ihre Angreifer abbremsen, haben die Säbelzahnschleimfische eine Chance zu entkommen“, erklärt Fry. Die Giftdrüsen der nur etwa fünf Zentimeter großen Säbelzahnschleimfische aus der Gattung Meiacanthus befinden sich in den verlängerten bogenförmigen Eckzähnen im Unterkiefer. Die Forscher gewannen winzige Mengen an Gift, indem sie die Tiere kurz aus dem Wasser nahmen und in einen Wattebausch beißen ließen. mz


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mare No. 122

No. 122Juni / Juli 2017

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