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Umwelt

Kampf dem Plastik

Um seine Strände und Gewässer vor Plastikmüll zu schützen, hat der Südseestaat Palau drastische Maßnahmen ergriffen: Ab sofort ist die Weitergabe und der Besitz von Plastiktüten untersagt. Supermärkte, die sich nicht an das Verbot halten, müssen mit einer Geldstrafe von 100 US-Dollar je Tüte rechnen. Privatpersonen, die mit einem Plastikbeutel angetroffen werden, zahlen einen Dollar Bußgeld. Eingebracht in den Senat hat das Gesetz Senator Santy Asanuma, ein umtriebiger Geschäftsmann. Sein Credo: „Palaus Identität basiert auf seiner natürlichen Schönheit.“ Schließlich gilt Palaus Unterwasserwelt als eine der artenreichsten der Welt, und der Tauchtourismus ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes. Auch in anderen Staaten der Region stellt der Plastikmüll zunehmend ein Problem dar. Das Umweltschutzministerium der Fidschi-Inseln hat errechnet, dass die lokalen Supermärkte jährlich zwischen fünf und zwölf Millionen Plastiktüten in Umlauf bringen. Dennoch konnte man sich noch nicht zu einem Importstopp durchringen. Papua-Neuguinea hat Plastik zwar bereits 2002 aus seinem geschützten Hochland verbannt. Versuche, das Verbot auf das gesamte Staatsgebiet auszuweiten, scheiterten jedoch bisher am erbitterten Widerstand des Handels. Samoa wiederum plant ein Verbot von Plastikbehältnissen ab April 2007. Produkte mit hohen Plastikanteilen, wie etwa die beliebten Wegwerfwindeln, will man von 2008 an generell bannen. Auf Tonga denkt man derzeit ebenfalls über derartige Maßnahmen nach, nachdem die Einführung einer „PlasTax“ in Höhe von zehn US-Cent je Tüte keinen nennenswerten Erfolg gebracht hat. Beim Streit um den Sinn derartiger Maßnahmen geht es nicht allein um den Schutz der Küsten und des Meeres. Der Wegwerfbeutel gilt vielen Südseebewohnern als Ausdruck moderner Lebensweise. Sie empfinden die erzwungene Rückkehr zu traditionellen Körben und Stofftaschen als einen unzumutbaren Schritt zurück in die Welt ihrer Vorfahren. fk


Archäologie

Versunkene Schätze

Das Meer nimmt, das Meer gibt. Genommen hat es vor etwa 1200 Jahren die Stadt Heraklion vor den Toren der heutigen ägyptischen Stadt Alexandria. Nach einer Reihe von Naturkatastrophen sackten die schweren Gebäude in die Tiefe und wurden überspült, der genaue Hergang des Untergangs lässt sich allerdings nicht rekonstruieren. Sicher ist nur, dass die jüngsten Funde arabische Münzen aus der Zeit um 800 n. Chr. sind. Vieles ist älter – und bemerkenswert gut erhalten geblieben. Davon zeugt die groß angelegte Schau der „Schätze Ägyptens“ im Berliner Martin-Gropius-Bau, die noch bis zum 4. September zu sehen ist. Was die Besucher der Ausstellung in Massen anzieht, existiert in diesem guten Zustand nur, weil die Statuen, Schmuckstücke und Tempel im Meer versunken waren und dort über Jahrhunderte ruhten. Wasser konserviert eben besser als Luft; allerdings hätte Süßwasser noch größeren Schutz entfaltet. Denn das Salz des Meerwassers greift die Steine an. Auch verhindert die Meeresströmung Sedimentablagerungen, die sich wie ein Schutzschild um die Objekte legen können. Die größten Feinde der antiken Kostbarkeiten wurden dank der Tiefe des Meeres allerdings fern gehalten: die Kunsträuber. zdb


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mare No. 56

No. 56Juni / Juli 2006

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