Akustik
Wie klingt das Südpolarmeer?
Drei Jahre lang sind Wissenschaftler der Frage nachgegangen, wie das fernab der Zivilisation liegende Südpolarmeer klingt. Nun haben sie ihre Ergebnisse veröffentlicht. Demnach bilden die Laute von Seeleoparden, Antarktischen Blauwalen, Finnwalen und Südlichen Zwergwalen zusammengenommen einen eintönig klingenden Hintergrundchor. Interessant sind die Erkenntnisse vor allem deshalb, weil es in anderen Meeresregionen nie richtig still ist. Der Klang von Wind, Wellen und Tieren wird häufig von menschengemachten Geräuschen wie Schiffsverkehr und Bohrinseln übertönt. Aus diesem Grund eignet sich der Lebensraum Südpolarmeer, wo viele Meeressäuger unterwegs sind, wie kein zweiter zur Erforschung der natürlichen Unterwasserakustik. Die Analyse der artspezifischen Geräusche im Südpolarmeer ergaben mehrere neue Erkenntnisse zum Verhalten und Vorkommen der Wale. Die Tonspur des Südlichen Zwergwals etwa zeigt, dass die Tiere im arktischen Winter einem 24-Stunden-Rhythmus folgen, wobei sie nachts mehr Geräusche von sich geben als tagsüber. „Das könnte mit ihrer Hauptbeute, dem Krill, zusammenhängen“, erläutert Sebastian Menze vom Institute of Marine Research im norwegischen Bergen. Die planktischen Kleinkrebse wandern in einem identischen Tag-Nacht-Rhythmus auf und ab. Menze und die Kollegen von der Arbeitsgruppe Ozeanische Akustik am Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven hatten Aufzeichnungsgeräte in mehr als 200 Meter Tiefe verankert. In der ersten Langzeitstudie im Südpolarmeer konnten die Wissenschaftler auch Daten zum jahreszeitlichen Zyklus der Tiere sammeln. Während die Blauwale das ganze Jahr über zur Geräuschkulisse beitragen, sind es bei Finn- und Südlichen Zwergwalen nur ein paar Monate. Das deutet auf Migrationsbewegungen hin. Menze: „Gerade was das saisonale Vorkommen von Meeressäugern betrifft, gab es deutliche Wissenslücken, die wir mit unseren Aufzeichnungen teilweise schließen können.“ röß
Energie
Stromspeicher im Meer
Hohle Betonkugeln am Meeresgrund könnten in Zukunft überschüssigen Strom aus Offshorewindanlagen speichern. Die Betonkugeln arbeiten wie eine Art Minipumpspeicherkraftwerk – nur mit Wasserdruck anstatt eines Gefälles. Eine hohle Kugel wird unter Wasser verankert. Wird ein Ventil geöffnet, fließt Wasser
über eine Turbine hinein und erzeugt Strom. Das Prinzip funktioniert. Das konnten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) zeigen. Vier Wochen führten sie Versuche mit Betonkugeln im Bodensee durch. Die Kugeln hatten einen Durchmesser von drei Metern und lagen in 100 Meter Tiefe. „In einem nächsten Projekt wollen wir eine 30-Meter-Kugel im Meer testen. Die optimale Hohlkugel braucht eine Wassertiefe von 600 bis 800 Metern“, erklärt Matthias Puchta, Projektleiter beim Iwes. Denn erst mit dem enormen Druck von 70 Bar lohne sich die Stromerzeugung. Geeignete Standorte für die Kugelspeicher liegen zum Beispiel vor Japan, den USA und Spanien.„Wir können solche Systeme aber auch in der Nähe zum Festland einsetzen, zum Beispiel in der Norwegischen Rinne“, sagt Puchta. „Auch Strom aus anderen erneuerbaren Quellen kann so gespeichert werden.“ mz
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