Luftfahrt
Größtes Flugboot der Welt
Es ist so groß wie eine Boeing 737, kann aber auf dem Wasser landen: Das erste Exemplar der neuen Avic AG600 wurde vor Kurzem im chinesischen Zhuhai vorgestellt. Mit einer Länge von 37 und einer Spannweite von knapp 39 Metern ist es das derzeit größte aktive Flugboot der Welt – obwohl in der Vergangenheit bereits größere gefertigt wurden. Die in China hergestellte AG600 soll als Rettungsmaschine auf See und bei der Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt werden. Für diese Aufgaben ist es perfekt: Die Piloten können Wasser aus Rumpftanks abwerfen, die sich im Tiefflug über Wasser innerhalb von 20 Sekunden füllen lassen. So kann die AG600 zwölf Tonnen Wasser aufnehmen und je Mission laut Avic bis zu 370 Tonnen Löschwasser abwerfen. Das Flugzeug soll eine Reichweite von 4500 Kilometern haben und wird durch vier chinesische WJ6-Turboprop-Triebwerke angetrieben. Zum Starten und Landen auf Wasser benötigt die Maschine eine Wasserbahn von mindestens 1500 Meter Länge. Die staatliche Aviation Industry Corporation of China, kurz Avic, gilt als Versuch der Regierung in Peking, die Abhängigkeit von ausländischen Firmen und Technologien aufzubrechen. Nach Angaben des Herstellers wurden bereits 17 Flugzeuge geordert. mz
Handelsschifffahrt
Zurück zur deutschen Flagge
Zwölf deutsche Handelsschiffe, die bislang unter ausländischer Flagge fuhren, sind seit dem 1. Juni wieder unter deutscher Flagge unterwegs. Seit diesem Datum brauchen die Reeder die Lohnsteuer, die sie von der Heuer der Seeleute abgezogen haben, nicht mehr ans Finanzamt abzuführen. Mit dem Verzicht auf die Steuereinnahmen setzt die Bundesregierung eine Forderung des Verbands Deutscher Reeder um, dessen Mitglieder nun ihren Mitbewerbern aus der EU gleichgestellt sind, die ebenfalls keine Lohnsteuer abzuführen brauchen. Zudem profitieren die Reeder von flexibleren Vorgaben für die Schiffsbesatzung. Seit Beginn der Schifffahrtskrise im Jahr 2008 haben die deutschen Reeder im großen Stil ausgeflaggt und deutsche Schiffsoffiziere entlassen.
Inzwischen herrscht ein Mangel. Reedereien und Werften, Zulieferbetriebe, Dienstleister und Behörden finden kaum noch erfahrene Schiffsoffiziere, um sie an Land einzusetzen. Mit der Rückflaggung verbinden Bund und Länder die Erwartung, dass mit qualifizierten Nachwuchskräften das maritime Know-how in Deutschland fortentwickelt und erhalten werde, sagte Angela Merkel während der Nationalen Maritimen Konferenz im Oktober 2015. Im Gegenzug forderte die Kanzlerin von den Reedern ein klares Bekenntnis zur deutschen Flagge. „Die beschlossenen Maßnahmen werden sicher dazu führen, dass mehr deutsche Seeleute eine Beschäftigung unter deutscher Flagge finden“, so die Einschätzung von Thomas Jung vom Institut für maritime Simulation der Hochschule Bremen. „Auf welchem Niveau sich das einpendelt, wird die Zukunft zeigen.“ hawe
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