Kulinarik
Speisen unter Wasser
Im Frühjahr 2019 soll es am südlichsten Zipfel Norwegens eröffnen: „Under“, das erste Unterwasserrestaurant Europas und das größte seiner Art weltweit. Wie ein sinkendes Schiff taucht der längliche Betonblock bei Spangereid in den Skagerrak ein. Ein riesiges Panoramafenster von elf Meter Breite ermöglicht fünf Meter unter dem Meeresspiegel den Blick auf die Unterwasserwelt, auf Fische, vielleicht auch auf Robben und Hummer. „Die größte Herausforderung waren die Wellen, die hoch sind an diesem rauen, steinigen Küstenabschnitt“, sagt Rune Grasdal von Snøhetta, dem Architektenbüro, das sich bereits mit der Bibliotheca Alexandrina in Ägypten einen Namen gemacht hat. Um den Kräften des Meeres zu widerstehen, ist das Gebäude gekrümmt, die Betonwände sind einen halben Meter und das Acrylfenster 30 Zentimeter dick. „Wir selbst haben den Projektentwicklern vorgeschlagen, das Restaurant einige hundert Meter weiter entfernt als ursprünglich geplant zu bauen, an einem wilderen Ort. ‚Under‘ ist daher spektakulärer als andere Restaurants dieser Art, die alle an geschützteren Orten liegen.“ Auf den drei Etagen können rund 100 Gäste essen und trinken. Auf der Speisekarte sollen lokale Fischspezialitäten stehen, dazu heimische Pilzsorten, Beeren, Seevögel und wilde Schafe von den Schären. mz
Psychologie
Fisch-Siegel lässt kalt
Aufmerksame Verbraucher kennen sie, die Kennzeichnungen auf Fischprodukten in den Supermärkten. Label wie etwa das blaue MSC-Siegel weisen darauf hin, dass der angebotene Fisch aus einer nachhaltig arbeitenden Fischerei stammt. Wie wirksam solche Gütesiegel im Verkauf sind, haben Forscher nun untersucht – mit überraschendem Ergebnis. Statt mehr gekennzeichneten Fisch kauften die Kunden nur insgesamt mehr Fisch, einen Großteil davon ohne das Label. Für ihre Studie führten die Forscher Experimente in fünf Supermärkten in Norwegen und in vier Supermärkten in Deutschland durch. Sie hängten an den Fischtheken Schilder mit ergänzenden Informationen zu den Fischlabels auf. Doch diese animierten nicht zum Kauf von Ökofisch. Stattdessen stiegen die Verkaufszahlen von Fisch und Meeresfrüchten insgesamt – in Norwegen um 70 Prozent, in Deutschland um 30 Prozent. „Das liegt vermutlich an der Reizüberflutung durch die verschiedenen Labels“, sagt Studienleiterin Isabel Richter von der Norwegian University of Science and Technology. Durch die Hinweisschilder werde lediglich die Idee, Fisch zu kaufen, hervorgerufen. Der Rest der Nachricht gehe unter. Richter: „Aus psychologischer Sicht wäre es am effektivsten, wenn alles, was nachhaltig ist, nur ein Label hätte.“ Das „Wirrwarr“ beklagt auch Thilo Maack, Meeresbiologe bei Greenpeace. „Es gibt zwar viele Gütesiegel, jedoch kann ich keines uneingeschränkt empfehlen.“ Welchen Fisch man ohne Bedenken essen kann, verrät ein Einkaufsratgeber von Greenpeace. jsc
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