Leben
Nachtclub unter Wasser
Auf den Malediven im Indischen Ozean hat ein Unterwasserrestaurant mit angeschlossenem Club eröffnet – eine nach Angaben des Betreibers weltweit einmalige Kombination. Der Club „Subsix“ liegt sechs Meter unter der Wasseroberfläche und ist rund 500 Meter vom Festland entfernt. Mit seinen bodentiefen Fenstern bietet er Gästen einen exklusiven Blick auf die Korallenwelt und Fischschwärme. Das Innendesign nimmt die angrenzende Meereswelt auf: Die Sitze ähneln Muscheln, von den Decken hängen Muschelscheiben, die an Kelpwälder erinnern. Der etwa 100 Quadratmeter große Raum lässt sich als Club und Restaurant nutzen. Er ist Teil des „Per Aquum Niyama“-Resorts im Südwesten des Dhaalu-Atolls, einer Luxushotelanlage mit 134 Pavillons und Villen, die sich über zwei künstliche Inseln erstreckt. Auf den Malediven gibt es bereits mehrere Unterwasserrestaurants. Teile der Malediven stehen als Unesco-Biosphärenreservat unter besonderem Schutz. Deshalb verfolgen Meeresschützer solche submarinen Angebote mit Skepsis. Sie warnen vor Lichtverschmutzung während der Nacht und Lärm. „Die Auswirkungen des Clubs auf die Umwelt sind unklar“, sagt Sigrid Lüber von der Schweizer Organisation Oceancare. Auch wenn sie den Club nicht aus erster Hand kenne, erscheine er ihr als „unnötige und fragwürdige Extravaganz“. muk
Rohstoffe
Metalldetektor in Übergröße
Das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel hat eine neue Technologie entwickelt, um Rohstofflager in der Tiefsee aufzuspüren. Mit einer Art riesigem Metalldetektor wollen Wissenschaftler in mehreren tausend Meter Wassertiefe sogenannte Schwarze Raucher entdecken. Das sind Hydrothermalsysteme, die wie steinerne Türme aussehen und aus denen heißes, extrem mineralstoffhaltiges Wasser ins kalte Tiefseewasser brodelt. Das Wasser ist reich an Gold, Silber, Kupfer, Zink und anderen Metallen. Wegen des Rauches und der Blasen sind aktive Schwarze Raucher leicht erkennbar. Von ihnen soll es laut Geomar einige hundert weltweit geben. Sie werden in der Regel mit ferngesteuerten Tiefseerobotern, aber auch bemannten U-Booten untersucht. Für Forschung und Wirtschaft sind dagegen die erloschenen Schwarzen Raucher weitaus interessanter, weil sich beim Erkalten die Erze und Metalle ablagern. Die inaktiven Quellen sind allerdings oft von einer dicken Sedimentschicht bedeckt und lassen sich daher nicht so einfach finden. Ihre Anzahl ist unbekannt. Die Geomar-Wissenschaftler haben nun, unterstützt durch ein EU-Forschungsprojekt, ein Spulensystem zur Bodenerkundung entwickelt, „Martemis“ genannt. Es ähnelt einem mehrere Meter hohen Metallgestell, das mit etwas Abstand zum Meeresboden durchs Wasser gezogen wird. „Das ist im Prinzip ein großer Metalldetektor“, sagt Sebastian Hölz von Geomar. Mit dem rund 230 Kilogramm schweren Gerät ließen sich unterschiedliche Leitungsfähigkeiten im Boden feststellen, die durch Erzkörper verursacht würden. Das System liefere auch Informationen darüber, wie tief der Erzkörper vergraben und wie dick er sei. Im Frühjahr 2015 hatte ein Team das Gerät erstmals erfolgreich im Mittelmeer vor Neapel getestet, im Sommer 2016 soll ein zweiter Test am Mittelatlantischen
Rücken folgen. muk
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