Marum und University of Washington
Gefährliches Methangas
Es ist ein viel potenteres Treibhausgas als Kohlendioxid und somit eine Gefahr für unser Weltklima: Methan. Große Mengen davon liegen am Meeresboden, in einer festen, eisähnlichen Form. Dieses sogenannte Methanhydrat kann mehrere Meter dicke Lagerstätten bilden. Doch was passiert, wenn sich dieses Hydrat, das bisher sicher umschlossen ist, mit zunehmender Erderwärmung auflöst? Dieser Frage gehen zurzeit Forscher vom Bremer Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (Marum) nach. Sie befürchten, dass die Hydrate bei steigenden Temperaturen in Form von Gasbläschen aus dem Meer in die Atmosphäre aufsteigen könnten. Die Folge wäre eine drastische Verschärfung des Klimawandels. Die Bremer Forscher installierten nun vor der Küste des US-Bundesstaats Oregon in einem aktiven Methangebiet zwei Sonargeräte, mit denen sich messen lässt, wie viel Methan aus dem Meeresboden ausgast. Die Geräte drehen sich um die eigene Achse und senden Schallimpulse aus. Der Schall wird an den Gasbläschen reflektiert. Aus dem Echo ermittelt man, wie viel Gas gerade aus dem Meeresboden entweicht. „Die Geräte befinden sich in 780 Meter Wassertiefe und sollen dort zunächst für zwei Jahre bleiben“, sagt Marum-Geologe und Projektleiter Yann Marcon. „Durch diese Langzeitmessung wollen wir herausfinden, inwieweit die Menge des aufsteigenden Methans schwankt und ob sie mit der Erwärmung des Meeres tatsächlich zunimmt. Denn bewiesen ist dieser Zusammenhang bislang nicht.“ Das Team um Marcon nutzt für seine Forschung ein Unterwasserobservatorium der University of Washington, das aus einer 500 Kilometer langen Kabelverbindung zum Festland besteht.
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