Neues aus der Meeresforschung

Nachrichten aus den Meeresforschungsinstituten der Welt

Newcastle University, Newcastle upon Tyne, Großbritannien 
Gletscher können plötzlich schrumpfen

Mächtige Gletscher, die vom Festland ins Meer ragen, können viel schneller schrumpfen als bisher angenommen – und damit den Meeresspiegel rascher steigen lassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe um Geoforscherin Chris­tine Batchelor von der Newcastle University. Die Forscher fanden heraus, dass sich vor 20 000 Jahren die Gletscher vor Norwegen fast sprunghaft zurück­zogen – um bis zu 600 Meter am Tag, etwa 20-mal schneller als die heutigen Gletscher der Antarktis. Damals ragten vor Nor­wegen dicke Eisschilde bis weit ins Meer. Durch ihr Gewicht drückten sie sich in den Meeresboden, wobei die mächtige Kante des Gletschers eine Linie im Sediment hinterließ. Diese Eismasse wurde bei jeder Flut angehoben. Bei Niedrigwasser setzte sie sich wieder ab. Durch das Anheben und Absenken bildeten sich hintereinanderliegende Linien. Anhand des Abstands dieser Li­nien konnten die Forscher nachvollziehen, wie schnell der Rückzug vonstattenging. Die Analysen zeigen, dass die Phasen extremen Rückzugs bis zu elf Tage anhielten. Der Eisverlust findet also nicht kontinuierlich statt, sondern in Schüben. In ihrem Bericht, der im Fachmagazin „Nature“ erschienen ist, warnt Batchelor: „Ganz offensichtlich könnte ein rascher Rückzug viel schneller erfolgen als alles, was wir bisher gesehen haben.“ ts  

Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 158. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 158

mare No. 158Juni / Juli 2023

mare-Wissenschaftsredaktion

mare-Wissenschaftsredaktion

Mehr Informationen
Lieferstatus Lieferbar
Vita mare-Wissenschaftsredaktion
Person mare-Wissenschaftsredaktion
Lieferstatus Lieferbar
Vita mare-Wissenschaftsredaktion
Person mare-Wissenschaftsredaktion
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite