Norwegian Institute of Marine Research
Geheimnisvoller Wal-Ausflug
Jeden Herbst brechen die Buckelwale von der Barentssee nördlich von Norwegen zu einer langen Reise auf. Sie schwimmen quer durch den Atlantik bis in die Karibik vor die Küste der Insel Hispaniola. Das ist lange bekannt. Warum sie das tun, wissen Forscher bislang aber nicht. Wissenschaftler vom Norwegian Institute of Marine Research (IMR) in Bergen haben deshalb Wale mit Satellitensendern ausgestattet, um ihre Route zu verfolgen. Die Ergebnisse waren erstaunlich, denn die Tiere hielten sich nur für sehr kurze Zeit in der Karibik auf. So machte einer der Wale schon am Ankunftstag wieder kehrt und schwamm schnurstracks nach Norwegen zurück. „Wir wissen, dass die Wale die Strecke ohne auffällige Pausen, etwa für die Nahrungssuche, zurücklegen“, sagt Nils Øien vom IMR. Daher sei es weiter völlig unklar, warum die Wale so viel Zeit und Energie in eine so lange Hin- und Rückreise investieren. Um weitere Daten zu sammeln, haben die Forscher im September erneut zehn Buckelwale nahe Spitzbergen besendert. „Es ist denkbar, dass die Gewässer um Hispaniola lange Zeit bedeutende Nahrungsgründe und Aufzuchtgebiete für Jungtiere waren. Da sich die Tiere dort heutzutage aber nicht lange aufhalten, glauben wir, dass die Wale eher aus Gewohnheit dorthin reisen“, sagt Øien. „Man könnte es eine evolutionäre Gepflogenheit nennen.“
Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Fahndung nach arktischen Quallen
Quallen gibt in allen Meeren, auch in der Arktis. Doch über die dortigen Quallenarten weiß man fast nichts. Die Biologin Charlotte Havermans vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven will das ändern. Derzeit baut sie eine Arbeitsgruppe auf, die sich ausschließlich der Quallenforschung in der Arktis widmen wird. In mehreren Expeditionen wollen die Biologen zunächst viele Quallen entdecken und bestimmen, mithilfe von Unterwasserkameras. Im zweiten Schritt analysieren die Forscher das Erbgut, um die verschiedenen Spezies voneinander unterscheiden zu können. „Es ist möglich, Tiere im Meer dadurch nachzuweisen, dass man Wasserproben nimmt und darin nach genetischen Spuren sucht“, sagt Havermans. Reste von Schleim oder Nesselfäden im Wasser könnten genetische Hinweise liefern. Letztlich geht es darum, mehr über das unbekannte Leben der Quallen in der Arktis zu erfahren. Havermans: „Wir wollen wissen, ob die Quallen für Fische eine wichtige Nahrung sind oder ob sie andersherum den Fischen die Nahrung, etwa das Zooplankton, wegfressen.“
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