Möwen sind schnell und tauchen oft überraschend auf. Sie gehören zum Meer wie spritzende Gischt und Salz in der Luft; ihr Kreischen gemahnt an Freiheit und Wind und weite Welt – und manchmal an vergangene Erlebnisse. Die Portugiesin Ana Luísa Amaral (geboren 1956 in Lissabon) ist Professorin an der Universität Porto und hat über Emily Dickinson promoviert. In ihrem Gedicht „Vergangenheit“, kongenial übersetzt von der Literatin Monika Rinck (geboren 1969 in Zweibrücken), taucht sie anhand eines alten Schulhefts in die Erinnerung an einen Sommerurlaub am Meer ein. Sie spielt leichthändig und witzig mit Sprachen und Ideen; zu Beginn des Textes kommen Möwen als die Unbekannten vor, zum Ende hin sind sie ent fleucht wie der Sommer und die eigene Kindheit auch. Der Maler Rainer Fetting (geboren 1949 in Wilhelmshaven), einer der unter dem Begriff „Moritzboys“ bekannt gewordenen Berliner Neuen Wilden, bleibt ganz in der Gegenwart. Sein Bild „Möwen an Brandung“ entstand erst im vergangenen Jahr. Die Tiere sprühen vor Dynamik genauso wie das schäumende Meer. Fetting lebt in Berlin und auf Sylt. zdb
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