Gibt es im Meer so etwas wie Gewürze oder gar für uns völlig unbekannte Geschmäcker?
Michael Heim, per E-Mail
„Unser Essen schmeckt auch deshalb, weil die dafür verwendeten Gewürze ätherische Öle enthalten“, sagt Doris Gerullis, Laborleiterin des Bremer Unternehmens Biomaris. „Die gibt es im Meer nicht. Daher ist Meerwasser relativ geschmacksneutral und lediglich salzig.“ Aufbereitete Meeresprodukte spielen für unsere Geschmacksnerven und Gesundheit indes durchaus eine Rolle. So kommt Meersalz in unterschiedlichen Qualitäten in den Handel: ungewaschen als teures Fleur de Sel, gewaschen als Speisesalz in unterschiedlichen Qualitäten. Während bei direkt getrockneten Meersalzen nahezu alle Mineralstoffe erhalten bleiben, geht das bitter schmeckende Magnesiumsulfat durch die Aufbereitung verloren. Die in der ostasiatischen Küche beliebten Meeresalgen bieten ein breites Spektrum an Geschmacksrichtungen. So beeindruckt die dickblättrige Braunalge Laminaria saccharina durch hohen Zuckergehalt. Allerdings enthalten einige Algenarten sehr viel Jod. „Ein Gramm Trockenmasse kann bis zu 11 000 Mikrogramm enthalten“, sagt Doris Gerullis. Um Beeinträchtigungen der Schilddrüse zu vermeiden, sollten Europäer, deren ernährungsphysiologisch empfohlene Tagesdosis bei 200 Milligramm liegt, daher vorsichtig mit dem Nahrungsmittel Alge umgehen.
Woher kommen die großen Mengen Bimsstein an der ägäischen Küste?
Helmut Braun, St. Ulrich
Bims ist ein meist helles, poröses, glasartiges Vulkangestein. Es entsteht bei explosiven Eruptionen, wenn Gase das geschmolzene Gestein durchströmen und aufschäumen. Später entweicht das Gas. Zurück bleiben zahlreiche Poren, die dem Bims eine so geringe Dichte verleihen, dass er sogar auf Wasser schwimmt. Je nach Wind und Strömung kann Bims so große Distanzen zurücklegen. Der ägäische Bims stammt von einem Vulkanbogen, der sich vom griechischen Festland über die Inseln Ägina, Poros, Milos, Santorin, Yali und Nisyros bis zur türkischen Küste erstreckt. Hier kollidieren die afrikanische und die eurasische Platte. Erdbeben und Vulkanismus sind die Folgen. So zeugen die bis zu 60 Meter mächtigen Bimslagen auf Santorin von einem katastrophalen Vulkanausbruch vor etwa 3500 Jahren, der bronzezeitliche Siedlungen begrub. Forscher gehen davon aus, dass sich nach dem Ausbruch große Bimsflöße in der Ägäis ausbreiteten. Geologen können anhand des Brechungsindexes Bimsfunde den jeweiligen Eruptionen zuordnen. Auf Santorin lassen unterschiedliche Dicken der Schichten sogar Rückschlüsse auf die Windrichtung während der Vulkaneruption zu.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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