Wie alt können Haie werden?
Inge Pfaff, per E-Mail
Haie sorgen in Meeren für ein Gleichgewicht der Arten; sie schwimmen am Ende der Nahrungskette. Bedroht sind Haie vom Fischfang, sie gelten daher als gefährdet. Weiße Haie erreichen das stolze Alter von über 70 Jahren, die Weibchen immerhin 40 Jahre, obwohl sie – wie bei allen Haiarten – größer werden als Männchen. Das haben Forscher der Woods Hole Oceanographic Institution in Massachusetts (USA) festgestellt. Dazu hat das Team um Li Ling Hamady zwei Methoden kombiniert: das bewährte, aber unzuverlässige Zählen der Wachstumsringe an Wirbeln oder Flossen, vergleichbar mit Jahresringen der Bäume, und ein physikalisches Messverfahren. Dabei haben die Forscher die Konzentration eines Kohlenstoffisotops gemessen, das bei Kernwaffentests in den 1950er- und 1960er-Jahren gebildet wurde. Die Einlagerung dieses radioaktiven Stoffes summiert sich im Lauf der Lebensjahre durch die Nahrung und kann zur Altersbestimmung genutzt werden. Davor war man davon ausgegangen, dass Haie rund 30 Jahre leben. Obwohl es mehr als 500 Haiarten gibt und ihr maximales Alter variieren könnte, sind die Ergebnisse für den Schutz und Erhalt der Haie wichtig. Sie könnten darauf hinweisen, dass Haie älter werden und die Geschlechtsreife später erreichen als gedacht sowie empfindsamer auf menschliche Einflüsse auf die Natur reagieren.
Warum werden die Bohrkerne der Chicxulub-Expedition kühl transportiert und gelagert?
Christine Rothmann, Kassel
Lange war es Usus, dass Bohrkerne auch ungekühlt gelagert wurden. Allerdings wissen Forscher nie genau, woraus die Kerne im Einzelnen bestehen oder welche Informationen sie in sich tragen, solange sie nicht genauer untersucht wurden. Diese Untersuchungen erfolgen in der Regel erst im Labor an Land. „Im Bremer Bohrkernlager öffnen wir die Kerne zum ersten Mal. Die in einer Plastikröhre versiegelten Bohrkernzylinder werden der Länge nach aufgesägt und Proben aus einer der Hälften auf ihre geochemischen, geophysikalischen und biologischen Eigenschaften analysiert“, erklärt Ursula Röhl, die am MARUM das Bohrkernlager des International Ocean Discovery Program (IODP) leitet. Bei der jüngsten Expedition zum Chicxulub-Krater an Mexikos Küste haben Forscher insgesamt 835 Meter Kerne aus einem Bohrloch gewonnen. Etwa ein Siebtel davon besteht aus Sediment, der Rest aus Einschlagsbrekzien und -gesteinen. Im Bohrprogramm ist definiert, dass alle Kerne gleich behandelt und so transportiert und aufbewahrt werden, dass möglichst keine Feuchtigkeit entweicht und die Bestandteile erhalten bleiben. Deshalb versucht das IODP, in seinen Lagern und bei Transporten eine Temperatur von vier Grad Celsius aufrechtzuerhalten.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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