Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Stimmt es immer noch, dass wir die Rückseite des Mondes besser kennen als den Boden der Ozeane?
Ein Besucher der Universität Bremen

Der schon etwas ältere Vergleich mit der Mondoberfläche wird häufig zitiert und ist tatsächlich immer noch aktuell. Anders als jede kleine Erhebung an Land oder auf dem Mond verwehrt das Wasser unseres Planeten den Satelliten einen direkten Blick auf den Ozeanboden – und damit auf 71 Prozent der festen Erdoberfläche. Zwar können Forscher aus Satellitenmessungen der Meeresoberfläche auf die Strukturen am Meeresboden rückschließen. Die Auflösung der daraus entstehenden globalen bathymetrischen Karten ist jedoch niedrig. Viel genauere Ergebnisse erzielen sie mit Echoloten. Ein eindrucksvolles Beispiel für die Unterschiede der beiden Methoden lieferte eine Expedition im Frühjahr zu einem Unterwasserberg vor den Kanaren. „Hier haben wir erstmals den Tropiquito Seamount mit dem Schiffsecholot vermessen“, erzählt Fahrtleiter Andreas Klügel von der Universität Bremen. „Auf der Karte, die auf Satellitenmessungen beruht, ist er als kreisförmige, rund 500 Meter hohe Erhebung zu erkennen. Doch unsere hydroakustische Vermessung ergab, dass er tatsächlich gut 2200 Meter hoch ist.“ Daten von diesen kleinräumigen und zeitintensiven Vermessungen mit Forschungsschiffen gibt es jedoch erst für einen Bruchteil des gesamten Ozeanbodens.


Bestehen die Pyramiden von Giseh wirklich aus ehemaligem Meeresboden?
Claudia Rust, per E-Mail

Wen es nicht unter Wasser zieht, der kann auch trockenen Fußes an vielen verschiedenen Stellen der Welt auf einstigem Meeresboden wandeln: auf den Kreidefelsen am Ostseestrand, den Alpen – oder auf den Pyramiden von Giseh. Etwa 60 Prozent der Pyramiden bestehen aus Kalkstein, einem Sedimentgestein und beliebtem Naturbaustein, der überwiegend aus Kalziumkarbonat besteht. Er ist vorwiegend biogenen Ursprungs, das heißt, er wurde von Lebewesen oder ihren kalkigen Überresten gebildet. Sein Aussehen variiert stark, je nachdem welcher Organismus ihn erschaffen hat, etwa Schwamm, Muschel oder Koralle. Mancher Kalk enthält noch gut sichtbare Einschlüsse seiner Produzenten. Die Kreidefelsen der Ostsee sind größtenteils von winzigen Lebewesen, Coccolithophoriden, gebildet. Nach ihrem Tod sanken ihre Schalen auf den Meeresboden, wurden erst zu Kalkschlämmen und dann zu Kalkstein umgeformt. Die Pyramidensteine bestehen aus Nummulitenkalk. Diese einzelligen Organismen bauen kreisrunde Kalkschalen mit durchschnittlich ein bis zwei Zentimetern Durchmesser.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 128. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 128

mare No. 128Juni / Juli 2018

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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