Leser fragen mare

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Welche Reparaturdocks kommen für Großsegelschiffe wie die „Alexander von Humboldt“ infrage?
Christine Friedrich, Hamburg

Verglichen mit den bis zu 400 Meter langen Containerschiffen neuester Generation nimmt sich die „Alexander von Humboldt“ wie eine Nussschale aus. Sie ist mit 62 Metern nur wenig länger, als Containerriesen breit sind. Es stellt sich aber die Frage, ob die bis zu 34 Meter hohen Masten der „Humboldt“ beim Eindocken Probleme bereiten. Theoretisch würde das Schiff in die bis zu 75 Meter hohen Hallen der Meyer-Werft passen. Der Papenburger Betrieb ist indes auf Neubauten spezialisiert. Daher ist die „Humboldt“ in der Vergangenheit mehrfach in Bremerhavener Reparaturwerften eingedockt worden. „Sie passt ins kleinste unserer sechs Docks, das 147 mal 21 Meter misst“, sagt Britta Möller von der Lloyd-Werft. Da die Docks nicht überdacht sind, stellt die Masthöhe kein Problem dar. Doch selbst überdachte Docks mit geringen lichten Höhen kämen für eine Reparatur in Frage – nur müssten, wie vergangenen Sommer während einer Generalüberholung auf der Bremerhavener Bredo-Werft geschehen, die Masten demontiert werden. Derzeit liegt das 1906 gebaute und 2011 außer Dienst gestellte ehemalige Feuerschiff im Bremerhavener Fischereihafen. Es soll schon bald wieder aufgetakelt werden und als Museums- oder Restaurantschiff Karriere machen.


Ist Nordjütland eine Insel oder wird es zum dänischen Festland gezählt, obwohl der Limfjord Nord- und Ostsee verbindet?
Benedikt Westermann, per E-Mail

Im Februar 1825 tobte über der Nordsee eine verheerende Sturmflut. Sie riss im Nordwesten Dänemarks die Landzunge Agger Tange hinweg. Fortan verband der Limfjord Nord- und Ostsee – der Norden Jütlands war zur Insel geworden. Mit einer Fläche von knapp 4700 Quadratkilometern ist diese Nordjütische Insel, auch Vendsyssel-Thy genannt, die zweitgrößte Insel des Königreichs, obwohl sie kaum als solche wahrgenommen wird, denn der Limfjord ist teilweise nur wenige hundert Meter breit. Freilich stand das Schicksal Vendsyssel-Thys mehrfach auf der Kippe. Schon bald nach der Februarflut verlandete der Durchbruch zum Limfjord, ehe 1862 eine weitere Sturmflut weiter südlich einen neuen Durchbruch schuf, den heute etwa einen Kilometer schmalen Thyborønkanal. Bald nutzten Handelsschiffe den Fjord und gelangten zeitsparend von der Ost- zur Nordsee. Um der Versandung vorzubeugen und den Wirtschaftsaufschwung, den der neue Wasserweg mit sich brachte, zu stabilisieren, wurde der Kanal ab 1875 befestigt – bis eine Regierungskommission 1942 vorschlug, ihn wieder zu schließen. Erst 1970 wurden diese Pläne endgültig ad acta gelegt. Vendsyssel-Thys Status als Insel war endgültig gesichert.


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mare No. 102

No. 102Februar / März 2014

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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