Warum stehen im Norden Sylts Seezeichen in Form von auf den Kopf gestellten rot- weißen Dreiecken?
Werner Blomenkamp, per E-Mail
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das ehemalige Herzogtum Schleswig geteilt. In einem Staatsvertrag vom April 1922 einigten sich Dänemark und Deutschland auf eine neue Grenzlinie. Während auf dem Festland 280 Granitsteine und Eichenpfähle deren Verlauf markieren, ist die Seegrenze zwischen dem deutschen Sylt und dem dänischen Röm (Rømø) durch neun geradlinige Teilstücke gekennzeichnet. Die Linienführung beginnt nördlich des Hindenburgdamms, knickt zunächst nach Norden, dann nach Westen ab. Jeder der zehn Knickpunkte dieser Grenzlinie ist durch geografische Koordinaten eindeutig definiert; zudem sind markante Punkte durch gelbe Tonnen gekennzeichnet. Bei gutem Wetter sind einige dieser Tonnen mithilfe sogenannter Richtbaken von Land aus sichtbar. Dabei handelt es sich um eben jene rot-weiß gestrichenen Dreiecke. Um eine Visur, also eine geradlinige Sichtverbindung, zur Tonne herzustellen, bedarf es einer Vorderbake, deren Dreieck nach oben, und einer Hinterbake, deren Dreieck nach unten zeigt. Die Tonne liegt dann in der Fluchtlinie der beiden Baken. In zehnjährigem Turnus finden Grenzbegehungen statt, die nächste noch in diesem Jahr.
Gibt es Unterschiede in der Bildung von Bogen-, Ästuar-, Ingressions- und Sedimentationsdeltas?
Ulrich Lamm, per E-Mail
Auf seinem Weg zum Meer transportiert ein Fluss viel Material – vom feinsten Sand bis zu großen Kieseln. Da die Strömung in der Mündung an Kraft verliert, sinkt hier ein Großteil der Flussfracht ab. Durch diese Ablagerungen können sich über die Zeit Deltas auffächern. „Wie Deltas in Raum und Zeit entstehen und welche Formen sie annehmen, richtet sich nach dem Zusammenspiel von Art und Menge der eingetragenen Sedimente, dem Einfluss der Wellen und Gezeitenströmung an der Mündung und der Änderung des Meeresspiegels“, erklärt Christian Winter, Wissenschaftler am Bremer Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM). „Typischerweise entstehen Bogen- oder Sedimentationsdeltas bei starker Sedimentfracht aus dem Fluss und fallendem Meeresspiegel. Steigt der Meeresspiegel, dringt das Meerwasser weiter landwärts ein – das heißt Ingression –, und es bilden sich trichterförmige Flussmündungen; so können sich die Flussarme der Deltas zu ästuarinen Systemen umformen.“ Zwei bekannte Beispiele dieser unterschiedlichen Bildungsmechanismen sind das dreiecksförmige Bogendelta des Nils und das Vogelfußdelta des Mississippi mit seinen verzweigten Rinnensystemen.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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