Leser fragen mare

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Warum wird auf Segelschiffen bei Sonnenuntergang die Landesflagge eingeholt und am Morgen wieder gehisst?
Michelle Brendel, per E-Mail

„Flaggen waren seit je Tagsignale“, sagt Michael Stoldt vom Deutschen Seglerverband. Bereits zur Zeit der Landsknechte hatten sie einen Nimbus. Die Truppe scharte sich um ihr Banner, es trennte Freund von Feind. Dem Fähnrich oblag es, die Flagge zu verteidigen und sie abends, wenn der Gefechtslärm abgeklungen war, sicher bis zum nächsten Tag zu verwahren. Die Flaggenparade auf den Schiffen der Bundesmarine, also das morgendliche Hissen und das Einholen am Abend, sowie der entsprechende Brauch an Bord von Yachten kann als Fortschreibung einer in Jahrhunderten gewachsenen Tradition gesehen werden. Freilich wird diese Regel guter Seemannschaft unterschiedlich gehandhabt. So ist es an Nord- und Ostsee, aber auch in brasilianischen Gewässern strikt verpönt, Flaggengebräuche zu missachten. „Er flaggt für den Teufel“, sagen die Dänen, sollte ein Segler es versäumen, abends seine Flagge einzuholen. Freizeitsegler berichten, dass nicht eingeholte Landesfahnen nachts sogar gestohlen wurden. Im Mittelmeerraum geht es nach übereinstimmenden Berichten von Segelfreunden dagegen deutlich laxer zu. Über das Warum ließe sich trefflich spekulieren.


Was ist der Unterschied zwischen Hydrothermalquellen in der Tiefsee und im Flachwasser?
Ein Besucher des European Maritime Day, Bremen

Hydrothermalquellen sprudeln rund um den Globus in der Tiefsee und in flachen Küstengewässern. Ihr Ursprung ist in beiden Fällen der gleiche: In manchen Gebieten, in denen Erdplatten aneinandergrenzen, steigt Magma bis dicht unter den Meeresboden. Dadurch wird Wasser, das im Meeresboden zirkuliert, erhitzt und dringt durch Risse nach oben. Schließlich sprudelt es, angereichert mit Mineralen, die es im Untergrund löst, aus dem Meeresboden. Sogenannte chemosynthetisch aktive Mikroorganismen können aus diesen Stoffen Energie gewinnen. Heiße Quellen in der Tiefsee unterscheiden sich markant von denen in flacheren Küstengewässern. „Meterhohe Austrittsschlote gibt es vor allem in der Tiefsee“, erklärt Solveig Bühring vom Bremer MARUM. „Nahe der Küsten treten die heißen Fluide als Wasser-Gas-Gemische eher diffus aus dem Meeresboden.“ Laut der Expertin verursacht den auffälligsten Unterschied jedoch das Licht: Während es in der Tiefsee stockdunkel ist und daher keine Fotosynthese stattfinden kann, dringt ein Teil des Lichtes noch zu manchen Flachwasserquellen vor. Dort treffen Forscher komplett andere Lebensgemeinschaften an als in der Tiefsee. Hier siedeln Mikroorganismen, die die Energie des Sonnenlichts nutzen.

 

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mare No. 107

No. 107Dezember 2014 / Januar 2015

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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