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Kann eine Flaschenpost innerhalb eines Jahres durch Meeresströmungen von der Elbmündung bis nach Spitzbergen gelangen?
Benjamin Piel, Lüchow


In der Nordsee bestimmen die Gezeitenwellen das Strömungsgeschehen. Die Flaschenpost könnte also von der gegen den Uhrzeigersinn laufenden Strömung erfasst und Richtung Skagerrak und weiter nach Südnorwegen transportiert werden. Bei einer mittleren Strömungsgeschwindigkeit von 5 Zentimetern je Sekunde wären die etwa 700 Kilometer in rund 162 Tagen überbrückt – falls im Skagerrak nicht gerade ein heftiger Westwind bläst; der wird durch ausgeprägte Azorenhochs und Islandtiefs angefacht und könnte die Flasche in die Ostsee peitschen. Anderenfalls würde sie vom norwegischen Küstenstrom mit durchschnittlich 30 Zentimetern je Sekunde Richtung Nordkap transportiert. Wenn sie nicht im Labyrinth der Schären stecken bleibt, könnten die rund 1900 Kilometer in etwa 73 Tagen bewältigt sein. Die verbleibenden 750 Kilometer Richtung Bäreninsel und Spitzbergen könnten mit den äußersten Ausläufern des Nordatlantikstroms bei einer Geschwindigkeit von 15 Zentimetern je Sekunde nach weiteren 58 Tagen absolviert sein. Ob die Flaschenpost es aber wirklich in knapp 300 Tagen von der Elbe in den eisigen Norden schafft und ob sie in der Ostsee, in Norwegens Schären oder der Barentssee strandet, wissen nur die Meeresgötter.


Das Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg ist Heimatinstitut des neuen Forschungsschiffs „­Sonne“. Welche Aufgaben hat es?
Besucher beim Open Ship auf dem Forschungsschiff „Sonne“

„Die meisten Forschungsschiffe haben ein Heimatinstitut, gut sichtbar durch das Logo am Schornstein und den Namen des Heimathafens am Heck“, sagt Oliver Zielinski, Professor für Marine Sensorsysteme am Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) und dort zuständig für die wissenschaftlich-technische Koordination des Forschungsschiffs „Sonne“. Mit weiteren Wissenschaftlern kümmert sich Zielinski um das Datenmanagement der an Bord installierten Messsysteme wie Temperatur-, Salzgehalt- und Algensensoren, die kontinuierlich den Zustand der Meeresoberfläche erfassen. Zudem müssen die Rohdaten aufbereitet, qualitativ gesichert und in Datenbanken überführt werden. Erst dann sind sie für nationale und internationale Projekte und Datennetzwerke wie etwa Marine Network for Integrated Data Access nutzbar. Das ICBM sorgt dafür, dass die Daten der „Sonne“ in das Netzwerk einfließen. „Die Forscher des ICBM sind so in die Abläufe der Reisen eingebunden und fahren mindestens einmal jährlich selbst auf einem Abschnitt mit“, sagt Zielinski und fügt hinzu: „Die ,Sonne‘ fungiert letztlich auch als Botschafter für die Meeresforschung des ICBM.“


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 111.  Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 111

No. 111August / September 2015

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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