Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Woher stammt die Legende der Meerjungfrauen?
Mark Hermel, London

„Was Meerjungfrauen betrifft, so handelt es sich nicht um Fabelwesen“, wusste schon der Chronist Plinius im ersten Jahrhundert n. Chr. Der Mythos der Meerjungfrauen geht aber weiter zurück, bis ins fünfte Jahrtausend. Seither berichten Seefahrer immer wieder von Sichtungen. 1608 beschrieb der englische Entdecker Henry Hudson, nach dem die Hudson Bay benannt ist: „Ihre Haut war sehr weiß, und langes, schwarzes Haar hing ihr vom Kopf. Als sie abtauchte, sahen die Männer ihren Schwanz, der wie der Schwanz eines Tümmlers war und gesprenkelt wie der einer Makrele.“ Eine solche Schönheit einzufangen ist nie jemandem gelungen. Stattdessen machten groteske Fälschungen die Runde. In Kneipen, Kaffeehäusern und auf Jahrmärkten des 18. und 19. Jahrhunderts bewunderte das Publikum geschickt zusammengesetzte Skelette kleiner Affen und Fische. Bernard Heuvelman schrieb dazu: „Der Prozess der Mystifizierung kann bis zu einem Punkt vorangetrieben werden, an dem das Objekt bis zur Unkenntlichkeit verändert wird.“ Tatsächlich waren es meist Seekühe, aus denen Seeleute dank lebhafter Fantasie und schlichter Unwissenheit Seejungfrauen machten.


Schlafen Pottwale mit geschlossenen Augen?

Margot Berger, per E-Mail

Pottwale sind gesellige Schläfer und finden sich gern zu gemeinsamen Nickerchen zusammen. Dabei müssen sie darauf achten, nicht zu ertrinken, denn sie müssen sich – als Anpassung an ihre tiefen Tauchzüge – für jeden einzelnen Atemzug bewusst entscheiden. Wenn sie schlafen, bleibt daher eine Gehirnhälfte wach. Entsprechend schließen sie vermutlich beim Schlafen auch nie beide Augen. Aber schließen können sie sie, denn wie wir besitzen sie Augenlider. Diese sondern fettreiche Tränen ab, die ihre winzigen Augen vor dem aggressiven Salzwasser schützen. Mit sieben bis acht Zentimetern scheinen die rötlich-braunen Augen für einen bis zu 18 Meter langen Giganten wirklich zu klein. Doch sie liefern – zumindest unter Wasser – ein scharfes Bild. Daran kann es also nicht liegen, dass sie im „Halbschlaf“ mit Schiffen zusammenstoßen. Wohl aber daran, dass sie lieber ihre Artgenossen beobachten als das, was um sie herum vorgeht. Was sie an ihren schlafenden Artgenossen so interessant finden, konnten Forscher noch nicht ergründen.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 50. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 50

No. 50Juni / Juli 2005

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

Ihre maritimen Fragen können Sie telefonisch (0800/218 218 2, kostenfrei) oder per E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Kirsten Achenbach, Cornelia Reichert, Marco Bosch und Tobias Mattfeldt vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder an der Universität Bremen.

Mehr Informationen
Vita Ihre maritimen Fragen können Sie telefonisch (0800/218 218 2, kostenfrei) oder per E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Kirsten Achenbach, Cornelia Reichert, Marco Bosch und Tobias Mattfeldt vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder an der Universität Bremen.
Person Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
Vita Ihre maritimen Fragen können Sie telefonisch (0800/218 218 2, kostenfrei) oder per E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Kirsten Achenbach, Cornelia Reichert, Marco Bosch und Tobias Mattfeldt vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder an der Universität Bremen.
Person Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
Suchmaschine unterstützt von ElasticSuite