Warum sind Passagierschiffe weiß?
Charlotte Spindler, Zürich
„Die Frage stellt sich nicht, denn das ist nicht immer so", sagt Peter Hackmann, Sprecher der Papenburger Meyer Werft, befragt nach der scheinbar bevorzugten Farbwahl von Kreuzfahrtreedern. Schließlich sind längst nicht alle Passagierschiffe weiß. So liefern die Papenburger eine Reihe blau-weißer Schiffe an die Reederei Celebrity Cruises, und die Rümpfe der Majestäten der Meere, „Queen Mary 2" und „Queen Elizabeth 2", sind schlicht schwarz - von „bunten Vögeln" wie der „Aida" zu schweigen. Gleichwohl kreuzen viele weiße Passagierschiffe über die Meere, und Weiße Flotten befahren Flüsse und Seen. Weiß, die Quintessenz aller Farben, reflektiert Licht effektiv und trägt in tropisch-subtropischen Fahrtgebieten dazu bei, dass Schiffe sich nicht allzu sehr aufheizen. In Zeiten effektiver Klimaanlagen ist dies allerdings kein ausschlaggebendes Argument. Bleibt die Farbpsychologie: Mit Weiß sind positive Assoziationen verbunden. Im alten Ägypten war Weiß die Farbe der Freude und des Glücks; heute symbolisiert es Licht, Unschuld und Sauberkeit. Wer also die Gangway eines weißen Traumschiffs erklimmt, lässt den grauen Alltag hinter sich und betritt eine Welt, die hell ist, heil und sauber - zumindest aus Sicht der Werbestrategen.
Was sind Kaltwasserkorallen?
Timo Eichner, London
Korallenriffe: Schwämme, Seeigel, Muscheln, Schnecken, Fische in allen Farben, ein wimmelnder Kosmos - bis vor einigen Jahrzehnten waren Forscher überzeugt, dass es sie nur im flachen, tropischen Wasser gibt. Jetzt wissen sie, dass der Großteil aller Korallen in kalten, zum Teil sogar lichtlosen Tiefen wächst. Dort ernähren sie sich ausschließlich von Kleinstpartikeln aus dem Wasser. In Tiefen von 40 bis zu 3000 Metern beherbergen diese zerbrechlichen Ökosysteme mit 1300 sogar mehr Arten als ihre tropischen Verwandten. Sie wachsen genauso langsam und bilden ebenfalls riesige Riffe, wie das Röst-Riff vor Norwegen. Noch wissen wir kaum, wo sie überall zu finden sind. Aber kaum entdeckt, sind die Wunder der Tiefsee schon bedroht. Tonnenschwere Schleppnetze rasieren den Meeresboden regelrecht ab. Etliche Riffe im Ostatlantik sind bereits weitgehend zerstört. „Tiefseefischerei ist mit dem Kahlschlag eines Urwalds gleichzusetzen. Ein Grundschleppnetz zerstört alles, was ihm in den Weg kommt", erklärt Antje Helms, Meeresbiologin bei Greenpeace.
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Ihre maritimen Fragen können Sie telefonisch (0800/218 218 2, kostenfrei) oder per E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Albert Gerdes, Kirsten Achenbach und Tobias Mattfeldt vom DFG-Forschungszentrum Ozeanränder an der Universität Bremen.
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| Person | Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen. |
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