Gehören Skagerrak und Kattegat zur Nord- oder zur Ostsee? Und an welchem Meer liegt dann das schwedische Urlaubsgebiet Bohuslän?
Michaela Schikorra, per E-Mail
Wasser ist unstet und verändert die Meere und ihre Küsten ständig. Dies macht es schwierig, Grenzen festzulegen. Darüber hinaus haben diese Grenzen auch keine politische Bedeutung. Es wundert daher nicht, dass die Bezeichnungen und Grenzen der Meere je nach Sichtweise variieren. Die Internationale Hydrographische Organisation, eine UNO-Einrichtung mit Sitz in Monaco, liefert jedoch in ihrer Publikation „Grenzen der Ozeane und Meere“ von 1953 genaue Angaben für die Vermessung der Meere. Demnach verläuft die Trennlinie zwischen Skagerrak und Kattegat von Skagens Odde an der Nordspitze Dänemarks nach Paternoster Skär, knapp nördlich von Göteborg, und weiter nordöstlich zur Insel Tjörn. Allerdings gibt dieses Werk Skagerrak und Kattegat als eigene Seegebiete an. Die Ostsee beginnt danach erst südlich der dänischen Inseln, alles nördlich davon gilt als Kattegat, Belte und Sund. In der Nordsee befände man sich erst mit Überschreiten der Linie zwischen Hanstholm auf dänischer und Lindesnes auf norwegischer Seite. Gemeinhin zählt aber das Skagerrak zur Nordsee und das Kattegat zur Ostsee. Die Region Bohuslän liegt also überwiegend an der Nordsee, in jedem Fall aber am Skagerrak.
Stimmt es, dass es bei Delfinen und anderen Tieren zu Vergewaltigungen kommt?Katja Henkel, per E-Mail
Der Begriff Vergewaltigung ist von menschlicher Moral geprägt. Eindeutig belegt zu sein scheint jedoch, dass es auch im Tierreich Arten gibt, zu deren Fortpflanzungsstrategien das Erzwingen von Geschlechtsverkehr mit Gewalt und gegen den Willen des Partners gehört. Dahinter steht das Bedürfnis der Männchen, ihre Gene möglichst oft weiterzugeben. Berüchtigt dafür sind vor allem Stockentenerpel in städtischer Umgebung. So harmlos sie wirken, so brutal kann es zugehen, wenn Erpel eine Ente jagen und bei der Kopulation unter Wasser drücken. Häufig ertrinken die Enten dabei, so dass das Geschlechterverhältnis immer ungünstiger wird. Delfine gehen noch weiter: Zwei bis drei Männchen bilden eine so genannte Koalition und trennen ein Weibchen von seiner Gruppe, um mit ihr zu kopulieren. Dabei geht es sehr rau zu, ernsthafte Verletzungen sind aber wohl selten. Typischerweise entführen die Männchen ein gebärfähiges, nicht trächtiges Weibchen, so dass es zumeist um Fortpflanzung geht. Anscheinend genießen Delfine Sex aber auch um des Sex willen. Denn Weibchen wie Männchen initiieren sexuelle Ak-te, die sich nicht auf Fortpflanzung richten.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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