Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Wie viel Süßwasser fließt in den Flüssen der Welt, wie viel Wasser in den Meeren?
Dr. Heinz Leger, Wien

Nicht alles Wasser auf dem Blauen Planeten ist genießbar. Von den 1386 Millionen Kubikkilometer Wasser auf der Erde ist nur ein verschwindend kleiner Teil Süßwasser – gerade etwa 3,46 Prozent. Der irische Dramatiker Brendan Behan bringt dies auf den Punkt: „Wasser ist eine Flüssigkeit, die nicht zum Trinken da ist – sonst hätte Gott nicht so viel davon gesalzen.“ Doch gleichmäßig verteilt, würden die 35 Millionen Kubikkilometer Süßwasser ausreichen, um die Erde mit einer 68 Meter hohen Wasserschicht zu bedecken. Aber: Mehr als zwei Drittel allen Süßwassers – gut 24 Millionen Kubikkilometer oder 48 Meter – liegen im ewigen Eis und Schnee der Polarkappen und Gletscher gefroren. Lediglich etwa 189000 Kubikkilometer davon plätschern in Seen und Flüssen – gerade noch 40 Zentimeter der hypothetischen Wasserschicht. Klägliche 2100 Kubikkilometer allen Wassers fließen durch die Flüsse der Welt. Doch selbst diese könnten die Welt noch mit einem Film von 0,4 Zentimetern benetzen, kein Haarbreit im Vergleich zu der 2718 Meter dicken Schicht, mit der alles Wasser zusammen die Erde förmlich ertränken könnte. Die restlichen 10,8 Millionen Kubik-kilometer teilen sich die Vorkommen an Süßwasser in Grundwasser, Bodenfeuchte, Atmosphäre und schließlich in Organismen, Letzteres mit winzig scheinenden 1,7 Prozent allen Wassers.


Was ist ein Kohlfisch?

Rosemarie Acker, Hamburg

„Ein nordischer Seefisch mit schwarzer Schnauz“, so beschreibt ihn 1854 das „Deutsche Wörterbuch“ der Gebrüder Grimm. Schwarz wie ein Köhler – einer der vielen Namen des Kohlfischs – ist er aber nur auf der Oberseite (wobei diese auch dunkelviolett oder grünlich schimmern kann). Das Maul ist ebenfalls schwärzlich, die Flossen grau, der Bauch weiß. Der Unterkiefer steht bei älteren Kohlfischen stark vor. Der Kinnfaden fehlt oft, obwohl der Fisch eng mit Dorschen verwandt ist, die diese Bartel typischerweise tragen. Früher wurden bis zu 1,70 Meter lange und 30 Kilogramm schwere Brocken in Nordatlantik und Nordsee gefangen. Doch seit den dreißiger Jahren wird Kohlfisch unter dem Namen Seelachs vermarktet – eine derart gute Strategie, dass das grauweiße, feste Fleisch immer häufiger in deutschen Pfannen und Töpfen landete und der Bestand stark überfischt wurde. Acht Prozent allen verzehrten Fisches stammt hier zu Lande mittlerweile von Pollachius virens, meist als Fischstäbchen oder als Seelachs oder Lachsersatz, dann meist kräftig rot gefärbt. Dabei muss sich der schmackhafte Köhler weder als Fischfrikadelle noch als Filet hinter seinem Cousin, dem Lachs, verstecken.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 55. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 55

No. 55April / Mai 2006

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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