Leser fragen mare

Ihre mare-Hotline in die unerforschten Weiten und Tiefen der Meere

Schmilzt das arktische Meereis aufgrund der globalen Klimaerwärmung stärker von unten durch das wärmere Meerwasser oder von oben durch die höheren Lufttemperaturen?
Andreas Püschel, per E-Mail

Die größte Menge des arktischen Meereises schmilzt in den äußeren Regionen des Packeises, dort, wo zwischen den Eisschollen immer auch etwas offenes Wasser ist. Da das Wasser dunkler ist als das Eis, reflektiert es weniger Sonnenlicht, nimmt also mehr Wärme aus der Sonnenstrahlung auf. Diese Wärme lässt einen großen Teil des Eises schmel- zen, wodurch noch größere dunkle Wasserflächen entstehen und somit noch mehr Wärme aufgenommen wird. „Dieser Teufelskreis ist sowohl dafür verantwortlich, dass im Lauf eines Sommers immer mehr Eis abschmilzt, als auch dafür, dass sich die Eisbedeckung in den letzten Jahrzehnten so drastisch reduziert hat“, erklärt Mischa Ungermann, Nachwuchswissenschaftler im deutsch-kanadischen Graduiertenkolleg ArcTrain. „Nachdem anfangs die leichten Erwärmungen der Luft dafür gesorgt haben, dass etwas weniger Eis vorhanden ist, wurde dieser Trend durch das Mehr an Meer, also mehr offenes Wasser zwischen den Schollen, Jahr für Jahr verstärkt.“ In solchen Regionen, in denen die Eisbedeckung nahezu komplett ist, wie zum Beispiel am Nordpol oder vor der Nordküste Grönlands, schmilzt ungefähr gleich viel Meereis von oben wie von unten, aber dafür insgesamt deutlich weniger als an den Rändern des Packeises.


Gibt es Menschen, die Angst vor dem Meer haben?
Inge Pfaff, per E-Mail

Während hierzulande das Meer oft ein Sehnsuchtsort ist, sehen andere den Ozean als Bedrohung. Dabei kommt es immer auf die Sichtweise an – schließlich ist das Meer nicht nur Erholungsort für Urlauber, sondern zugleich auch Rohstofflieferant, Nahrungsquelle, Transportweg und Arbeitsplatz. Welche Beziehung Menschen zum Meer haben, hängt von ihrer eigenen Situation ab. Für Fischer und Seeleute etwa ist das Meer der Arbeitsort. Sie wissen um die Gewalt von Wind und Welle. Wer nahe der Küste lebt, kennt Stürme, Sturmfluten und Über- schwemmungen. Früher galt das Meer als Bedrohung, wie das Unbekannte oft als bedrohlich wahrgenommen wird. Literarisch anschaulich hat bereits Theodor Storm Ende des 19. Jahrhunderts in seiner Novelle „Der Schimmelreiter“ beschrieben, wie Menschen sich vor dem Meer schützen – und der Naturgewalt des Meeres doch ausgeliefert sind, wenn etwa der Deich bricht. Mit der Zeit haben Menschen das Meer aber immer besser kennengelernt. Zum Beispiel Seekarten und Wetterprognosen können das Gefühl des Ausgeliefertseins am und auf dem Wasser nehmen. Der Respekt vor der Naturgewalt bleibt dennoch.


Dies ist ein Auszug aus dem Text. Den ganzen Beitrag lesen Sie in mare No. 122. Abonnentinnen und Abonnenten lesen ihn auch hier im mare Archiv.

mare No. 122

No. 122Juni / Juli 2017

MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen

Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.

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