Wo gibt es die größten Meeresstrudel?
Simon David Sprengel, per E-Mail
Mit einem Interesse für Wasserstrudel befindet man sich in guter Gesellschaft. Edgar Allan Poe, Jules Verne und Walter Moers – alle drei Autoren waren so fasziniert von den Geschichten des Moskenesstraumen in Norwegen, dass sie ihm literarische Denkmäler setzten. Und alle drei übertrieben sie maßlos. Einen alles verschlingenden Wirbel beschrieben sie, mit steil abfallenden Wasserwänden, die bis auf den felsigen Grund hinabreichen. Wenn er auch nicht ganz so gefährlich ist wie dargestellt, versank schon manches Schiff in dem sich mit bis zu 18 km/h drehenden vertikalen Strom zwischen den Inseln Moskenesøya und Værøy. Vor Norwegens Westküste, bei den Lofoten, erzeugen Gezeitenströme viele solcher Strudel. Nahe dem Moskenesstraumen wirbelt auch der Saltstraumen, etwas langsamer mit nur 13 km/h, aber mit noch größerem Volumen: Viermal täglich drängen 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch den 150 Meter breiten und drei Kilometer langen Saltfjorden südöstlich von Bodø. Eine Erklärung für die Strudel gibt die nordische Sage: Zwei Riesinnen mahlten auf Geheiß ihres gierigen Anführers mit ihrer Zaubermühle so lange wertvolles Salz herbei, bis das Schiff unter dem Gewicht sank. Sie mahlen noch heute, und so gibt es den Namen Mahlstrom und – salziges Wasser.
Haben Pinguine Probleme mit kalten Füßen?
Frank Amado, Herne
Pinguinmännchen haben Glück im Unglück: Ihre Damen haben zwar extrem kalte Füße, aber sie wollen es nicht anders. Warme Füße trotz eisiger Temperaturen könnten Pinguinen – und anderen Vögeln – sogar zum Verhängnis werden, da sie das Eis schmelzen würden. Ähnlich einer feuchten Zunge am Eiszapfen, könnten die Füße dann festfrieren. Zudem wäre der Wärmeverlust enorm. Doch zum Glück gibt es ja das geniale Wärmetauscherprinzip: Statt einiger großer Adern fließt das warme Blut vom Körper durch viele kleine Äderchen in die Füße. Diese Äderchen laufen sehr dicht an den kleinen Venen vorbei, die das kalte Blut aus den Füßen zurücktransportieren. So gibt das warme Blut auf dem Weg in die Füße seine Energie direkt an das kalte, zurückkehrende Blut ab. Die Wärme nimmt sozusagen eine Abkürzung und kehrt direkt in den Körper zurück. Die Temperatur nimmt daher zu den Füßen hin drastisch ab. Besondere Proteine und Fettpolster in den Füßen sorgen dafür, dass diese trotz geringer Temperatur ihre Aufgabe erfüllen können. Als weitere Sparmaßnahme ziehen Möwen häufig ein Bein ins Gefieder. Pinguine können das zwar nicht, aber um möglichst wenig Wärme zu verlieren, balancieren sie tagelang auf den Hacken.
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Ihre maritimen Fragen können Sie per Telefon (0800/218 218 2, gebührenfrei) oder E-Mail (wat@mare.de) stellen. Es antworten Ihnen Jana Stone und Ulrike Prange von MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen.
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